Der dritte Landgang unserer Metropolenreise ab Hamburg führte uns nach Belgien. An diesem Tag machten wir in Zeebrugge fest und für mich war es etwas ganz Besonderes, denn ich war tatsächlich noch nie zuvor in Belgien gewesen. Ganz gleich, welches Ziel uns erwarten würde, ich freute mich auf neue Eindrücke, unbekannte Orte und all die kleinen Momente, die eine Reise so unvergesslich machen.
Wie schon bei unseren vorherigen Landgängen entschieden wir uns auch diesmal gegen einen gebuchten Ausflug.
Zeebrugge – Belgiens Tor zur Nordsee
Zeebrugge ist ein Küstenort an der belgischen Nordsee und gehört zur Stadt Brugge. Anders, als man bei einem klassischen Badeort vielleicht vermuten würde, wird das Ortsbild vor allem durch den Hafen geprägt. Dieser ist ein bedeutender internationaler Handels- und Fährhafen und wurde insbesondere durch den Ausbau zwischen 1970 und 1985 zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Region.
Zeebrugge selbst ist daher weniger für eine große historische Altstadt bekannt, sondern vor allem als Hafenstandort und Tor zu den schönsten Orten Westflanderns. Genau hier begann unser kleiner Ausflug in ein Land, das für mich noch völlig neu war.
Auf eigene Faust nach Brugge, ganz entspannt mit dem Zug.
Wer vom Hafen Zeebrugge nach Brugge möchte, kann die Strecke auch individuell zurücklegen. Wenn man gut zu Fuß ist und die Wege vor Ort passen, lässt sich der Bahnhof von Zeebrugge vom Hafen aus erreichen. Von dort fahren regelmäßig Züge in Richtung Brugge. Die genauen Abfahrtszeiten sollte man vor dem Landgang prüfen. Fahrkarten kann man bequem über eine App buchen.
Für uns ging es mit dem Zug ungefähr 20 Minuten durch die belgische Landschaft. Während draußen die Umgebung vorbeizog, wuchs die Vorfreude auf unser Ziel.
Am Bahnhof Brugge angekommen, waren es nur noch wenige Schritte, bis wir die Innenstadt erreichten. Plötzlich waren wir mittendrin in einer Stadt, die mit ihren historischen Häusern, verwinkelten Gassen und kleinen Brücken sofort eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlte.
Brugge, eine Stadt wie aus einem alten Märchen.
Brugge liegt im Nordwesten Belgiens und ist die Hauptstadt der Provinz Westflandern. Die Stadt zählt rund 120.000 Einwohner und blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück.
Bereits im Mittelalter entwickelte sich Brugge zu einem bedeutenden Handelszentrum Europas. Über die Wasserwege war die Stadt mit der Nordsee verbunden und Händler aus vielen Ländern brachten Waren, Reichtum und neue Einflüsse in die Region.
Bis heute ist diese Vergangenheit überall sichtbar. Die historische Innenstadt gehört zum UNESCO-Welterbe und begeistert mit ihrer mittelalterlichen Architektur, den Backsteinhäusern und den malerischen Grachten.

Genau das machte Brugge für mich so besonders. An jeder Ecke entdeckt man wunderschöne Häuser, kunstvolle Fassaden und kleine Details, die man am liebsten sofort fotografieren möchte.
Unser Spaziergang durch Brugge
Wir erkundeten die Stadt ganz gemütlich zu Fuß. Ohne festen Zeitplan ließen wir uns durch die Gassen treiben und hielten immer wieder an, wenn uns ein Gebäude, ein Platz oder ein besonders schöner Blick auffiel.
Der Grote Markt und der imposante Belfried
Einer der bekanntesten Orte Brugges ist der Grote Markt, der große Marktplatz im Herzen der Stadt. Historische Fassaden säumen den Platz und über allem erhebt sich der berühmte Belfried.
Der mittelalterliche Turm ist eines der Wahrzeichen Brugges und erinnert an die Zeit, in der die Stadt zu den bedeutendsten Handelszentren Europas gehörte. Hier spürt man förmlich, wie viel Geschichte in diesen alten Mauern steckt.
Der Burgplatz – Geschichte auf Schritt und Tritt
Auch der Burgplatz, gehört zu den beeindruckenden Orten der Stadt. Hier treffen unterschiedliche Architekturstile aufeinander und erzählen von den verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte.
Die historischen Gebäude, die kunstvollen Fassaden und die besondere Atmosphäre machen diesen Platz zu einem wunderschönen Zwischenstopp auf einem Rundgang durch Brugge.
Grachten, Brücken und verwinkelte Gassen
Doch Brugge besteht nicht nur aus bekannten Sehenswürdigkeiten.
Die Grachten ziehen sich durch das historische Zentrum und spiegeln die Architektur im Wasser wieder. Wer möchte, kann Brugge bei einer Grachtenfahrt noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben. Auch Kutschfahrten werden angeboten und ermöglichen es, die historische Stadt auf besonders gemütliche Weise zu entdecken.
Wir waren zu Fuß unterwegs und genossen es, die Stadt in unserem eigenen Tempo kennenzulernen.
Belgische Schokolade, süße Düfte und kulinarische Entdeckungen
Was bei einem Besuch in Belgien natürlich nicht fehlen darf, sind die landestypischen Spezialitäten.

Überall begegneten uns kleine Geschäfte, die mit belgischer Schokolade, Pralinen und anderen süßen Köstlichkeiten lockten. Schon beim Vorbeigehen lag dieser verführerische Duft in der Luft. Dazu kamen frisch gebackene Waffeln, deren süßes Aroma einen beinahe automatisch langsamer werden ließ.
Allerdings lohnt es sich, bei den Preisen genauer hinzusehen. In manchen Geschäften wurde belgische Schokolade für 6,40 Euro pro 100 Gramm oder sogar deutlich mehr angeboten.
Natürlich ist Schokolade auch ein Genussmittel und oft hier handgemacht, bei dem jeder selbst entscheiden muss, was ihm eine besondere Sorte oder eine hübsche Verpackung wert ist. Trotzdem würde ich empfehlen, die Preise zu vergleichen und nicht direkt im erstbesten Geschäft zuzugreifen. Gerade bei touristischen Angeboten können die Unterschiede erheblich sein.
Belgische Frieten und ein Bier auf dem Burgplatz
Irgendwann war es Zeit für eine kleine Pause. Wir suchten uns ein Restaurant am Burgplatz und ließen uns nieder, um die besondere Atmosphäre noch ein wenig länger zu genießen.

Wir teilten uns eine Portion belgische Frieten und probierten dazu typisch belgisches Bier. Für mich gab es ein köstliches Kirschbier. Es war fruchtig und genau das Richtige, um diesen kleinen Genussmoment abzurunden.
Regen in Brugge? Kein Problem.
Das Wetter zeigte sich an diesem Tag nicht unbedingt von seiner besten Seite. Immer wieder regnete es und der Himmel wechselte zwischen grauen Wolken und helleren Momenten.
Aber ganz ehrlich? Es machte uns überhaupt nichts aus.
Eine Stadt wie Brugge verliert auch bei Regen nichts von ihrem Charme. Vielleicht wirken die alten Fassaden dann sogar noch ein wenig geheimnisvoller, während sich das Licht in den nassen Pflastersteinen spiegelt.
Ein letzter Stopp im belgischen Supermarkt
Am späten Nachmittag machten wir uns langsam auf den Rückweg zum Bahnhof und fuhren mit dem Zug zurück nach Zeebrugge.
Bevor wir wieder zur AIDAperla zurückkehrten, legten wir noch einen kurzen Stopp in einem örtlichen Supermarkt ein. Denn auch auf unseren bisherigen Reisen hatten wir schon öfter festgestellt, dass es sich lohnt in einheimischen Supermärkten nach regionalen Produkten und landestypischen Süßigkeiten Ausschau zu halten.
Dort findet man häufig Dinge, die es zu Hause nicht oder nur schwer zu kaufen gibt. Gleichzeitig sind die Preise oftmals günstiger als in touristisch geprägten Souvenirgeschäften.
Also stöberten wir noch ein wenig durch die Regale und deckten uns mit einigen belgischen Produkten ein. Kleine Mitbringsel, die uns auch nach der Reise noch an diesen Tag erinnern würden.

Danach ging es zurück zum Schiff, mit vielen neuen Eindrücken, schönen Fotos und einem kleinen Stück Belgien im Gepäck.
Mein Fazit
Brugge hat mich vom ersten Moment an begeistert. Die historische Architektur, die wunderschönen Häuser, die verwinkelten Gassen und die Grachten machen die Stadt zu einem ganz besonderen Reiseziel.
Besonders schön fand ich, dass wir Brugge ganz entspannt auf eigene Faust erkunden konnten. Mit dem Zug von Zeebrugge aus anzureisen, zu Fuß durch die Innenstadt zu schlendern und zwischendurch belgische Spezialitäten zu probieren, war für uns genau die richtige Mischung.
Wer gerne individuell unterwegs ist, schöne Architektur liebt und eine Stadt lieber Schritt für Schritt entdeckt, wird sich in Brugge sicherlich wohlfühlen. Mit einer Grachtenfahrt oder einer Kutschfahrt gibt es außerdem weitere Möglichkeiten, die Stadt zu erleben.
Brugge hat uns mit seiner Schönheit, seiner Geschichte und seinen kleinen Genussmomenten in Erinnerung bleiben lassen, wie wertvoll es ist, immer wieder neue Orte zu entdecken.
Und genau deshalb liebe ich das Reisen, weil hinter jedem Hafen ein neues Abenteuer wartet und jeder Landgang seine ganz eigene Geschichte erzählt.

















































