Nachdem wir Den Haag erkundet hatten, ging es für uns zurück nach Rotterdam. Unser letzter Landgang auf der Metropolentour mit der AIDAperla neigte sich langsam dem Ende zu, doch bevor wir wieder an Bord gingen, wollten wir noch ein wenig durch diese außergewöhnliche Stadt schlendern.
Rotterdam ist anders als viele andere niederländische Städte. Hier treffen historische Bauwerke auf futuristische Architektur, Einkaufsstraßen auf imposante Wolkenkratzer und maritime Geschichte auf modernes Stadtleben. Genau diese Kontraste machen den besonderen Charme der Stadt aus und haben mir sehr gefallen.
Eine Stadt, die aus Trümmern neu entstand
Mit rund 674.000 Einwohnern ist Rotterdam die zweitgrößte Stadt der Niederlande. Weltweit bekannt ist sie vor allem für ihren Hafen, der als größter Seehafen Europas eine bedeutende Rolle für den internationalen Handel spielt. Unzählige Waren gelangen von hier aus in alle Welt.
Doch Rotterdam erzählt auch eine bewegende Geschichte. Am 14. Mai 1940 wurde die Innenstadt bei einem deutschen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg innerhalb kürzester Zeit zu großen Teilen zerstört. Tausende Gebäude gingen verloren und viele Menschen verloren ihr Zuhause. Was einst eine historische Altstadt gewesen war, lag in weiten Teilen in Trümmern.
Die Stadt wurde wieder aufgebaut und entwickelte dabei einen ganz eigenen Charakter. Statt die Vergangenheit einfach zu rekonstruieren, wagte man Neues. So entstand eine moderne Architektur, die heute das Stadtbild prägt und Rotterdam zu einem spannenden Ziel für Architekturbegeisterte macht.
Beim Spaziergang durch die Stadt wird deutlich, wie sehr diese Geschichte Rotterdam geprägt hat. Zwischen den modernen Gebäuden begegnet man immer wieder Erinnerungen an vergangene Zeiten.
Ein Bummel durch die Einkaufsstraßen und die erste Weihnachtsstimmung
Überall gab es etwas zu entdecken und zwischen den Geschäften, Cafés und modernen Fassaden konnten wir das besondere Flair der Stadt genießen.
Und dann entdeckten wir ihn, unseren ersten Weihnachtsbaum des Jahres!
Es war Ende Oktober und während draußen noch der typische Herbst seinen Lauf nahm, bereitete man sich in Rotterdam offenbar schon auf die Weihnachtszeit vor. Ein kleiner, unerwarteter Moment, der uns schmunzeln ließ.
Vorbei am Stadhuis – Rotterdams historisches Rathaus
Unser Spaziergang führte uns auch zum Stadhuis, dem beeindruckenden Rathaus von Rotterdam.
Das Gebäude wurde zwischen 1914 und 1920 errichtet und gehört zu den wenigen bedeutenden Bauwerken im Stadtzentrum, die das Bombardement von 1940 weitgehend unbeschadet überstanden haben. Mit seiner repräsentativen Architektur bildet es einen spannenden Kontrast zu den modernen Gebäuden, die es umgeben.
Gerade dieser Wechsel zwischen Alt und Neu macht Rotterdam so interessant. Nur wenige Schritte voneinander entfernt begegnet man unterschiedlichen Architekturstilen und entdeckt immer wieder neue Perspektiven.

Die Markthal – ein Fest für alle Sinne
Unser nächstes Ziel war eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die Markthal Rotterdam.
Schon von außen ist die große, bogenförmige Halle ein echter Blickfang. Doch erst im Inneren entfaltet sie ihre ganze Wirkung. Über den Marktständen spannt sich ein riesiges, farbenprächtiges Kunstwerk, dass mit seinen Motiven aus Obst, Gemüse, Blumen und anderen Lebensmitteln die gesamte Decke schmückt.
Überall duftet es nach Köstlichkeiten. Zwischen den Ständen findet man internationale Spezialitäten, frische Lebensmittel, süße Leckereien und viele kulinarische Versuchungen. Es gibt so viel zu sehen, zu riechen und zu entdecken, dass man am liebsten an jeder Ecke stehen bleiben möchte.
Bei einer Portion niederländischer Frieten und einer Frikandel war klar: Ein kleiner kulinarischer Zwischenstopp musste einfach sein.

Während wir unsere Leckereien genossen, ließen wir die besondere Atmosphäre auf uns wirken. Die Markthal ist nicht einfach nur ein Ort zum Einkaufen, sondern ein Treffpunkt, an dem Architektur und Genuss auf wunderbare Weise zusammenkommen.
Für mich gehört sie definitiv zu den Orten, die man bei einem Besuch in Rotterdam gesehen haben sollte.
Die Kubuswoningen – Wohnen einmal ganz anders
Von der Markthal aus ging es weiter zu den berühmten Kubuswoningen, den gelben Kubushäusern von Rotterdam.
Die ungewöhnlichen Häuser wurden in den 1980er-Jahren nach einem Entwurf des Architekten Piet Blom gebaut. Ihre schräg aufgesetzten Würfel scheinen auf ihren Spitzen zu stehen und verleihen der Umgebung ein fast surrealistisches Aussehen.
Beim Anblick dieser außergewöhnlichen Architektur versteht man schnell, warum die Kubushäuser zu den bekanntesten Wahrzeichen Rotterdams gehören. Sie sind verspielt und ungewöhnlich.
Über die Erasmusbrug in Richtung AIDAperla
Langsam neigte sich unser letzter Landgang dem Ende entgegen. Wir machten uns auf den Weg zurück in Richtung Schiff und überquerten dabei die berühmte Erasmusbrug, die sich elegant über die Nieuwe Maas spannt.
Die markante Brücke verbindet die beiden Stadtteile am Fluss und ist längst zu einem Wahrzeichen Rotterdams geworden.
Von hier hat man auch einen tollen Blick über die Skyline. Auf der Maas war auch ordentlich was los. Wassertaxis, Frachtverkehr und kleinere Flusskreuzfahrtschiffe.

Wenn die Sonne langsam untergeht und das Licht die Gebäude erleuchtet, hat man hier auch einen wunderschönen Blick am Abend. Es lohnt sich definitiv nochmal von Bord zu gehen, wenn man erst später den Hafen verlässt.
Mein Fazit
Rotterdam hat uns mit seiner außergewöhnlichen Architektur, seiner bewegenden Geschichte und seiner lebendigen Atmosphäre beeindruckt. Die Stadt ist anders als viele andere Orte in den Niederlanden und gerade deshalb so sehenswert.
Wir haben Rotterdam auf eigene Faust erkundet und konnten in der verfügbaren Zeit viele spannende Eindrücke sammeln. Natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken, doch für einen (meinen) ersten Besuch war unser Spaziergang ein wunderbarer Abschluss unserer Landgänge.
Ein letzter Landgang, ein letzter Blick auf die Stadt und ein Sonnenuntergang, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.




























