Der erste Landgang unserer Metropolenreise ab Hamburg führte uns nach Southampton in Südengland. Ein Hafen, der nicht nur für die Schifffahrt eine große Bedeutung hat, sondern auch eine bewegende Geschichte erzählt. Für mich sollte dieser Tag allerdings noch aus einem ganz anderen Grund etwas Besonderes werden. Wir wollten Oxford entdecken. Eine Stadt, von der ich schon lange geträumt hatte und auf die ich mich riesig freute.
Southampton – ein Hafen voller Geschichte
Southampton liegt an der Südküste Englands und zählt heute rund 259.000 Einwohner. Die Stadt ist seit Jahrhunderten eng mit der Seefahrt verbunden und gehört zu den bedeutenden Hafenstädten Großbritanniens. Von hier aus starteten unzählige Schiffe zu ihren Reisen über die Weltmeere.
Doch kaum ein Schiff ist so eng mit Southampton verbunden wie die legendäre RMS Titanic.
Am 10. April 1912 begann die Titanic von Southampton aus ihre Jungfernfahrt in Richtung New York. Sie legte am damaligen White Star Dock, heute als Ocean Dock bekannt, ab. Nur wenige Tage später versank das damals als unsinkbar geltende Passagierschiff nach der Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik. Mehr als 1.500 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Besonders tragisch, ein großer Teil der Besatzung stammte aus Southampton. Die Katastrophe hinterließ tiefe Spuren in der Stadt und in zahlreichen Familien.
Dann standen wir tatsächlich hier, an diesem geschichtsträchtigen Ort. Wir lagen mit der AIDAperla im selben Hafenbecken, gegenüber dem Bereich, an dem die Titanic einst lag. Ein seltsames Gefühl, wenn man bedenkt, welche Geschichte sich von genau diesem Hafen aus ihren Weg in die Welt bahnte.

Manchmal sind es diese Momente auf Reisen, in denen Geschichte plötzlich ganz nah erscheint. Nicht mehr nur als Erzählung aus einem Buch oder als Szene aus einem Film, sondern als ein Ort, an dem alles tatsächlich begonnen hat.
Unser Ziel: Oxford, ein lang ersehnter Traum.
Schon vor unserer Reise stand für uns fest, dass wir unseren ersten Landgang für einen Ausflug nach Oxford nutzen wollten.
Für mich war das ein absolutes Highlight, denn ich freute mich schon riesig darauf, diese geschichtsträchtige Universitätsstadt endlich selbst zu sehen. Die alten Colleges, die beeindruckende Architektur und die besondere Atmosphäre, die man mit Oxford verbindet, hatten mich schon lange fasziniert.
Ursprünglich wollten wir mit der Bahn nach Oxford fahren. Bei unserer Planung stellten wir jedoch fest, dass der Shuttle von AIDA preislich etwas günstiger war. Deshalb entschieden wir uns, diesen zu buchen.
Es handelte sich nicht um eine geführte Stadttour. Der Shuttle brachte uns lediglich von Southampton nach Oxford und später wieder zurück. Vor Ort konnten wir die Stadt ganz individuell erkunden, genau so, wie wir es am liebsten mögen.
Der Facecheck – eine kleine Herausforderung vor dem Ausflug
Bevor es endlich losgehen konnte, stand an Bord noch der sogenannte Facecheck an. Bei unserer Reise nach Großbritannien wurde dieser von den örtlichen Behörden durchgeführt. Dabei mussten die Passagiere persönlich kontrolliert werden, unabhängig davon, ob sie anschließend an Land gehen wollten.
Da sich viele Gäste für Ausflüge nach London entschieden hatten, waren die Gruppen entsprechend groß. Das führte zu längeren Wartezeiten und unsere Geduld wurde ein wenig auf die Probe gestellt.
Irgendwann hatten wir es geschafft. Wir gingen durch den großen Terminal in Richtung Bus und konnten endlich nach Oxford fahren.
Im Bus erwartete uns noch eine besonders nette Überraschung. Jane, unsere englische Begleiterin. Sie war unglaublich lieb und witzig und erzählte uns bereits während der Fahrt einiges über Oxford. Außerdem gab sie uns Stadtpläne und verriet, welche Orte sie persönlich besonders empfehlen würde.
So bekamen wir schon unterwegs einen kleinen Vorgeschmack auf die Stadt, die wir gleich selbst erkunden durften.
Oxford – eine Stadt voller Wissen, Geschichte und Magie
Die Stadt liegt in der Grafschaft Oxfordshire und hat rund 166.000 Einwohner. Weltweit bekannt ist sie vor allem für ihre traditionsreiche Universität, die als älteste Universität der englischsprachigen Welt gilt.
Die Geschichte der Universität reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Über die Jahrhunderte entstanden zahlreiche Colleges, Bibliotheken und historische Gebäude, die das Stadtbild bis heute prägen.

Oxford ist aber nicht nur ein Ort des Lernens. Die Stadt begeistert auch durch ihre Architektur, ihre kleinen Gassen und die besondere Mischung aus jahrhundertealter Tradition und jungem, internationalem Leben.
Schon bei unserem ersten Spaziergang wurde deutlich, wie viel es hier zu entdecken gibt. Wohin man auch blickte, überall fanden sich beeindruckende Gebäude, kunstvolle Fassaden und kleine Details, an denen man sich kaum sattsehen konnte.
Für jemanden wie mich, der gerne fotografiert und historische Orte liebt, war Oxford ein echtes Paradies.
Unsere Entdeckungstour durch Oxford
Wir hatten ungefähr vier Stunden Zeit, um Oxford auf eigene Faust zu erkunden. Für uns war das vollkommen ausreichend, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu entdecken, die Atmosphäre auf uns wirken zu lassen und viele schöne Eindrücke mitzunehmen.
Die Radcliffe Camera – ein architektonisches Meisterwerk
Die Radcliffe Camera gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Oxfords. Mit ihrer imposanten runden Form und der markanten Kuppel wirkt sie beinahe wie aus einer anderen Zeit.

Das historische Gebäude wurde im 18. Jahrhundert errichtet und gehört heute zum Bibliothekssystem der Bodleian Libraries. Seine außergewöhnliche Architektur macht es zu einem der beliebtesten Fotomotive der Stadt.
Als wir davorstanden, waren wir beeindruckt von den Details und der besonderen Wirkung dieses Bauwerks. Es ist eines dieser Gebäude, bei denen man automatisch den Blick hebt und für einen Moment einfach nur staunt.
Die Bridge of Sighs – ein Hauch von Venedig
Ein weiteres Highlight ist die Bridge of Sighs, die eigentlich Hertford Bridge heißt. Sie verbindet zwei Gebäudeteile des Hertford College und erinnert mit ihrer Form an die berühmte Seufzerbrücke in Venedig.

Obwohl sie deutlich jünger ist als viele andere historische Bauwerke der Stadt, fügt sie sich wunderbar in das alte Stadtbild ein.
Ein wunderschönes Fotomotiv und ein weiterer Beweis dafür, wie abwechslungsreich die Architektur Oxfords ist.
Die University Church of St Mary the Virgin
Mitten im historischen Zentrum befindet sich die University Church of St Mary the Virgin. Die Kirche spielte über Jahrhunderte eine wichtige Rolle im akademischen Leben Oxfords.

Als wir die Kirche betraten, wurden wir gleich von einem sehr netten und gesprächigen Mitarbeiter begrüßt. Es war wirklich ein sehr freundliches Gespräch und man fühlte sich direkt noch willkommener.
Der markante Turm prägt das Stadtbild und von oben bietet sich ein schöner Blick über die Dächer und Türme der Universitätsstadt.
Auch wenn wir nicht jeden Ort bis ins kleinste Detail erkunden konnten, gehörte die Kirche für uns zu den sehenswerten Stationen unseres Rundgangs.
Die Bodleian Library – mein ganz persönliches Highlight
Dann gab es da noch einen Ort, der mich ganz besonders berührt hat, die Bodleian Library.
Sie gehört zu den bedeutendsten Bibliotheken der Welt und blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 1602 ist sie ein zentraler Bestandteil des wissenschaftlichen Lebens in Oxford.

Schon von außen strahlt sie etwas Besonderes aus. Die historischen Mauern, die alten Fenster und die beeindruckende Architektur lassen erahnen, wie viel Wissen, Geschichte und Geschichten sich hinter diesen Türen verbergen.
Leider konnten wir die Bibliothek während unseres Besuchs nicht von innen besichtigen, da die Führungen schon ausgebucht waren. Trotzdem war es für mich ein ganz besonderer Moment, überhaupt dort zu stehen.

Es ist manchmal schwer zu erklären, warum einen ein bestimmter Ort so tief berührt. Vielleicht ist es die Geschichte, vielleicht die Vorstellung von all den Menschen, die hier über Jahrhunderte gelernt, geforscht und geschrieben haben. Oder vielleicht ist es einfach dieses Gefühl, endlich an einem Ort angekommen zu sein, den man schon so lange sehen wollte.
Für mich war die Bodleian Library deshalb weit mehr als nur eine Sehenswürdigkeit. Sie war ein kleiner Herzensmoment auf dieser Reise.
Das Balliol College – Geschichte hautnah erleben
Ein weiteres Highlight war für uns das Balliol College, eines der ältesten Colleges der Universität Oxford.
Hier hatten wir die Möglichkeit, gegen einen kleinen Eintrittspreis einen Teil des Collegegeländes zu besichtigen. Die historischen Innenhöfe, die alten Gebäude und die besondere Atmosphäre waren wirklich beeindruckend.
Es ist faszinierend, sich vorzustellen, wie viele Generationen von Studierenden diese Wege bereits gegangen sind und wie viel Geschichte sich hinter den alten Mauern verbirgt.
Vier Stunden Oxford und doch so viele Eindrücke
Unsere Zeit in Oxford verging wie im Flug. Wir schlenderten durch die Straßen, bewunderten die Architektur und hielten immer wieder an, um Fotos zu machen.
Natürlich hätten wir noch viel mehr entdecken können. Oxford bietet zahlreiche Colleges, Museen, historische Gebäude und kleine Geschäfte. Auch gemütliche Cafés laden dazu ein, eine Pause einzulegen und alles zu beobachten.

Doch für unseren ersten Besuch waren die vier Stunden genau richtig. Wir konnten die wichtigsten Orte sehen, uns einen Eindruck von der Stadt verschaffen und gleichzeitig ganz entspannt unterwegs sein.
Gegen Nachmittag hieß es schließlich Abschied nehmen. Wir machten uns auf den Weg zurück zum Shuttle und fuhren wieder Richtung Southampton, wo die AIDAperla bereits auf uns wartete.
Im Gepäck hatten wir viele Fotos, schöne Erinnerungen und das gute Gefühl, einen lang gehegten Wunsch erfüllt zu haben.
Mein Fazit: Oxford war für mich ein Herzensort
Unser erster Landgang auf der Metropolenreise mit der AIDAperla hätte für mich kaum schöner beginnen können.
Southampton beeindruckte mich mit seiner bewegenden Geschichte und der besonderen Verbindung zur Titanic. Oxford hingegen verzauberte mich mit seiner historischen Architektur, den traditionsreichen Colleges und seiner einzigartigen Atmosphäre.
Besonders schön fand ich, dass wir die Stadt ganz individuell erkunden konnten. Das Shuttle war für uns eine gute Möglichkeit, nach Oxford zu gelangen und dort unsere eigenen Wege zu gehen.
Mein persönliches Highlight war die Bodleian Library. Auch wenn ich sie nicht von innen sehen konnte, war es für mich unglaublich berührend, endlich vor diesem geschichtsträchtigen Gebäude zu stehen.
Oxford hat einen festen Platz in meinen Reiseerinnerungen bekommen. Und wer weiß, vielleicht führt mich irgendwann eine weitere Reise zurück in diese wunderschöne Universitätsstadt.












































