Am Vorabend kamen wir ziemlich spät in Montpellier an. Zu spät, um noch wirklich etwas von der Stadt zu sehen. Also beschlossen wir, am nächsten Morgen einfach ein bisschen früher aufzustehen und wenigstens einen kleinen Blick auf Montpellier zu werfen. Montpellier, eine Stadt, die ich tatsächlich schon immer einmal besuchen wollte. Mit ihren rund 310.000 Einwohnern ist sie heute eine lebendige Stadt im Süden Frankreichs. Ihre Geschichte reicht mehr als tausend Jahre zurück. Gegründet wurde Montpellier bereits im Jahr 985 und diese lange Geschichte spürt man noch heute in den alten Mauern, den verwinkelten Gassen und den wunderschönen Plätzen. Wir schlenderten durch L’Écusson, die historische Altstadt. Noch war es früh, die Straßen waren beinahe menschenleer und über den alten Häuserfassaden lag dieses weiche Morgenlicht, das alles ein wenig ruhiger und verträumter wirken lässt. Wir kamen vorbei an der Place de la Comédie, dem Herzen der Stadt, an kleinen Plätzen und engen mittelalterlichen Gassen, an der Kathedrale Saint-Pierre und schließlich hinauf zum Arc de Triomphe und zur weitläufigen Promenade du Peyrou. Besonders schön fanden wir den Blick auf den Aqueduc Saint-Clément, den Aquädukt von Montpellier. Seine langen Reihen von Bögen wirken fast wie ein Stück römische Geschichte, dabei entstand der Aquädukt erst im 18. Jahrhundert. Über 14 Kilometer wurde Wasser von den Quellen Saint-Clément bis zum Château d’eau am Peyrou geleitet und damit die Wasserversorgung der Stadt entscheidend verbessert. Und dann waren da noch diese kleinen grünen Überraschungen über unseren Köpfen. Halsbandsittiche oder Mönchsittiche. Mit ihren leuchtend grünen Federn saßen sie in den Bäumen und flogen kreischend von Ast zu Ast. Irgendwie passten sie wunderbar in dieses südliche Stadtbild und waren ein kleiner, unerwarteter Farbtupfer an unserem letzten Morgen in Frankreich. Die Stadt hatte etwas unglaublich Schönes an diesem frühen Morgen. Die warmen Farben der alten Fassaden, die kleinen Gassen, das Licht zwischen den Häusern und diese angenehme Ruhe, bevor die Stadt langsam erwachte. Ich war froh, dass wir uns die Zeit genommen hatten, denn Montpellier stand schon so lange auf meiner persönlichen Reisewunschliste und jetzt waren wir tatsächlich hier. Nur ein kurzer Besuch, aber einer, der bleiben wird. Dann hieß es wieder: Ab ins Auto, ein letzter Blick zurück und weiter Richtung Süden. Barcelona. Plötzlich war unser Ziel zum Greifen nah, nur noch wenige Stunden, was für ein aufregendes Gefühl. Hinter uns lagen so viele Kilometer, kleine Dörfer, große Städte, Meer, Sonne, Abenteuer und unzählige Momente, die wir niemals vergessen wollten und vor uns lag Barcelona, dass letzte große Ziel unserer Reise. Ich glaube, selten hat sich ein „Wir fahren weiter“ so sehr nach „Wir sind fast da!“ angefühlt. Wir machten uns wieder auf den Weg. Mit Musik im Auto, Sonne im Gesicht und diesem ganz besonderen Kribbeln im Bauch, das man nur kennt, wenn ein lang ersehntes Ziel plötzlich ganz nah ist. Barcelona, wir kommen. ❤️ Teilen mit: Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp Gefällt mir:Gefällt mir Wird geladen … Beitragsnavigation Viviers – zwischen alten Mauern und Sommerlicht