Die MSC Grandiosa lag vor Cannes auf Reede und so ging es am Morgen mit dem Tenderboot vom Schiff hinüber an Land. Schon die Fahrt über das glitzernde Mittelmeer, mit Cannes und den Hügeln im Hintergrund, fühlte sich ein bisschen wie Urlaub im Urlaub an.

Wir wollten Cannes ganz in Ruhe auf eigene Faust entdecken. Also, Wasser eingepackt, den kleinen Handventilator griffbereit und los ging es. Denn schon am frühen Morgen war deutlich zu spüren, dass dieser Tag sehr warm werden würde.

Zwischen Côte d’Azur, Glamour und mediterranem Leben

Cannes hat rund 74.000 Einwohner und liegt an der Côte d’Azur.

Und natürlich kennt man Cannes vor allem wegen des Festival de Cannes, das jedes Jahr im Mai die internationale Filmwelt hierherzieht. Dann wird der Palais des Festivals et des Congrès zum Treffpunkt von internationalen Gästen. Die berühmte Treppe mit ihren 24 Stufen und dem roten Teppich kennt man aus unzähligen Fernsehbildern.

Aber Cannes kann noch viel mehr als roten Teppich und Glamour.

Wir wollten zunächst genau das andere Cannes kennenlernen.

Vom Hafen aus ging es zu Fuß Richtung Innenstadt. Noch war es früh und Cannes erwachte gerade erst so richtig zum Leben.

Unser erster Stopp führte uns auf einen Markt. Regionale Spezialitäten und vieles mehr wartete darauf, entdeckt zu werden.

Während wir durch die Marktstände schlenderten, wurde Cannes langsam lebendiger. Händler bauten ihre Waren auf, Cafés öffneten, erste Menschen saßen bei ihrem Frühstück und aus den kleinen Straßen drang immer mehr Leben.

Wir erkundeten die kleinen Straßen und Gassen. Pastellfarbene Häuser, wunderschöne Fensterläden, mediterrane Fassaden und immer wieder kleine Plätze, die zum Verweilen einladen.

Cannes fühlte sich dabei gleichzeitig elegant und unglaublich mediterran an.

Und plötzlich standen wir vor dem roten Teppich 🎬

Irgendwann tauchte vor uns der Palais des Festivals et des Congrès auf.

Dieses Gebäude kennt man eigentlich nur aus den Medien. Einmal im Jahr stehen hier die Kameras dicht an dicht, wenn die Stars über den roten Teppich laufen und die berühmten „Marches“ hinaufsteigen.

Und dann standen wir selbst davor.

Die erste Treppe, die wir entdeckten, war fast menschenleer.

Sehr verdächtig 😉 .

Einmal um die Ecke und da wussten wir auch sofort, warum.

Vor der richtigen berühmten Treppe hatte sich bereits eine kleine Schlange gebildet. Jeder möchte natürlich einmal dort stehen, wo sonst die Stars und Sternchen über den roten Teppich laufen, und ein Foto von sich mit dieser berühmten Kulisse machen.

Kleiner Tipp: Wer nicht unbedingt direkt auf der Treppe stehen muss, kann sich auch ein kleines Stück seitlich positionieren. Von dort bekommt man ebenfalls ein schönes Foto und spart sich möglicherweise ein bisschen Wartezeit.

Und irgendwie ist es schon ein besonderes Gefühl, einmal dort zu stehen, wo sonst jedes Jahr die Filmwelt zusammenkommt.

Le Suquet – Cannes von oben

Von dort ging es weiter hinauf in den ältesten Stadtteil von Cannes: Le Suquet.

Die kleinen, verwinkelten Gassen werden zunehmend steiler und führen hinauf auf den historischen Hügel. Oben angekommen befindet sich die Église Notre-Dame d’Espérance, die das historische Viertel überragt. Gleich daneben liegt die Place de la Castre mit dem heutigen Musée des Explorations du Monde.

Und hier wartet ein ganz besonderer Blick auf Cannes.

Die Place de la Castre liegt auf den Höhen des Suquet und bietet einen wunderschönen Panoramablick über die Bucht von Cannes, die Croisette und die Îles de Lérins. Rund um den historischen Platz befinden sich außerdem mediterrane Gärten, die dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre verleihen.

Zurück Richtung Hafen zeigte sich dann wieder die andere Seite von Cannes. Zwischen Yachten, schicken Geschäften und eleganten Straßen wurde auch schnell deutlich, dass hier teilweise in einer ganz anderen Liga gespielt wird.

Es waren übrigens nicht die großen und teuren Dinge, die Cannes besonders gemacht haben.

Es waren die kleinen Gassen, die pastellfarbenen Häuser. Das glitzernde, türkisfarbene Meer und dieser ganz besondere Mix aus mediterraner Leichtigkeit und ein bisschen Glamour.

Unser Fazit

Natürlich ist die Stadt glamourös und natürlich begegnet einem der berühmte Filmfestival-Flair auf Schritt und Tritt. Aber wenn man sich ein wenig von den großen Straßen entfernt und durch Le Suquet schlendert, entdeckt man ein ganz anderes, ruhigeres und wunderschön mediterranes Cannes.

Für uns hat sich der Landgang auf eigene Faust definitiv gelohnt.

Man braucht nicht unbedingt einen organisierten und teuren Landausflug, um Cannes kennenzulernen. Vieles lässt sich wunderbar zu Fuß vom Hafen aus entdecken und genau dadurch konnten wir unser eigenes Tempo bestimmen, kleine Gassen entdecken, zwischendurch stehen bleiben und einfach den Moment genießen.

Unser erster Landgang in Frankreich war damit genau das, was wir uns gewünscht hatten:

Ein bisschen Côte d’Azur, ein bisschen Filmgeschichte und ganz viel mediterranes Lebensgefühl.