Manchmal braucht es gar nicht viel, um dem Alltag für einen Tag zu entfliehen. Kein Auto, kein großer Reiseplan, einfach das „Deutschlandticket“ und die Frage: Wo können wir eigentlich mal spontan hinfahren? Die Tage zuvor haben wir überlegt, welches schöne Ziel wir von Bernau aus mit der Bahn erreichen können und so fiel unsere Wahl auf Lutherstadt Wittenberg. Heute Morgen ging es mit dem RE3 los. Rund zwei Stunden später waren wir da und schon kurz nach dem Verlassen des Bahnhofs führte unser Weg hinein in die wunderschöne historische Altstadt. Wittenberg ist vor allem als Stadt der Reformation bekannt. Hier lebte und wirkte Martin Luther, hier nahm die Reformation ihren Lauf und bis heute begegnet man seiner Geschichte auf Schritt und Tritt. Die historische Altstadt mit ihren Kirchen, Bürgerhäusern, Höfen und Plätzen gehört zu einer der bedeutendsten Reformationsstätten Deutschlands. Schlosskirche, Stadtkirche, Lutherhaus und Melanchthonhaus sind Teil des UNESCO-Welterbes. Mit rund 46.800 Einwohnern ist Wittenberg dabei angenehm überschaubar. Was uns besonders gefallen hat, dass die Geschichte hier nicht wie etwas wirkt das hinter Museumstüren verborgen ist. Sie ist einfach da. Der historische Stadtkern ist von einer Architektur geprägt, die viele Jahrhunderte miteinander verbindet. Stadtkirche & Schlosskirche Natürlich gehören die beiden großen Kirchen zu einem Besuch in Wittenberg einfach dazu. Die Stadtkirche St. Marien ist das älteste Gebäude der Stadt und dann ist da die Schlosskirche, wohl der Ort, den man am stärksten mit Martin Luther verbindet. 1517 soll er hier seine 95 Thesen angeschlagen haben. In der Kirche befinden sich außerdem die Gräber von Martin Luther und Philipp Melanchthon. 289 Stufen und oben wartet Wittenberg Ein kleines Abenteuer durfte natürlich nicht fehlen. Wir wollten hoch auf den Turm der Schlosskirche. Dafür braucht man eine Zugangsmünze, die man gegenüber in der Touristeninformation bekommt. Und dann hieß es: Treppen steigen! Über schmale Treppen ging es Schritt für Schritt nach oben, insgesamt 289 Stufen. Oben angekommen, war die Anstrengung allerdings schnell vergessen. Die Dächer der Altstadt breiteten sich unter uns aus, die Türme der Stadtkirche ragten aus dem Häusermeer und der Blick reichte weit über Wittenberg und die Umgebung. Ein Moment, in dem man einfach kurz innehält und denkt: Ja, genau dafür sind solche kleinen Ausflüge da. Eine kleine Zeitreise bei Kaffee & Waffeln Nach 289 Stufen hinauf und natürlich auch wieder hinunter, kam irgendwann ganz eindeutig der Kaffeedurst. Nur wenige Schritte entfernt wartete dann noch eine ganz andere Art von Zeitreise auf uns: Waffel Max. Plötzlich fühlte sich ein ganz normaler Nachmittag ein bisschen nach Kindheit an. Wer im Osten groß geworden ist, kennt dieses Gefühl vielleicht. Zwischen den vielen Dingen aus vergangenen Zeiten entdeckt man so manches wieder, was man längst vergessen glaubte. Produkte, Verpackungen und kleine Erinnerungen, die einen für einen Moment zurückversetzen, in eine Zeit, die irgendwie gar nicht so weit weg scheint. Das Besondere bei Waffel Max, die Toppings für die Waffel kann man sich selbst in der kleinen „Küche“ zusammenstellen und vieles davon stammt aus dem Osten. Für mich war das eine ganz besondere Mischung aus Nostalgie und Erinnerungen. Wir saßen da, mit einem leckeren Kaffee und einer Waffel vor uns und für einen kleinen Moment fühlte es sich an, als würde die Zeit ein bisschen langsamer laufen. Wenn ihr in Wittenberg seid, schaut dort unbedingt einmal vorbei und lasst euch selbst ein kleines Stück zurück in die Vergangenheit entführen. Ein schöner Tag geht zu Ende Nach ungefähr vier Stunden hieß es für uns wieder Abschied nehmen. Zurück zum Bahnhof, einsteigen und mit dem Zug wieder Richtung Heimat. Kein großer Urlaub, keine lange Reise, nur ein Tag. Aber manchmal sind es genau diese kleinen Auszeiten, die bleiben. Ein Tag voller Geschichte, schöner Architektur, kleiner Entdeckungen und ganz persönlicher Erinnerungen. Lutherstadt Wittenberg – wir kommen bestimmt noch einmal wieder, denn manchmal liegt das Schöne tatsächlich nur eine Zugfahrt entfernt. Teilen mit: Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp Gefällt mir:Gefällt mir Wird geladen … Beitragsnavigation Zwischen Altstadtgassen und Schwarzwaldluft