Eigentlich wollten wir alles ganz klassisch machen, ein paar Tage vor unserer Kreuzfahrt nach Barcelona fliegen, die Stadt genießen und anschließend entspannt an Bord gehen.

Doch manchmal klopft das Fernweh ganz leise an und flüstert einem eine noch schönere Idee ins Ohr.

„Warum fliegen, wenn ihr den Weg zum Abenteuer machen könnt?“

Je länger wir darüber gesprochen haben, desto größer wurde die Vorfreude. Aus einem Flug wurde plötzlich ein Roadtrip. Aus der Anreise wurde ein Teil unseres Urlaubs und genau das fühlt sich irgendwie richtig an. Denn Reisen bedeutet für uns nicht, möglichst schnell anzukommen, reisen bedeutet unterwegs zu sein.

Natürlich wäre ein Flug schneller gewesen, keine Frage.

Mit jedem Kilometer lassen wir den Alltag ein Stück weiter hinter uns. Aus Arbeit werden Urlaubsgedanken. Aus Hektik wird Gelassenheit und plötzlich ist da dieses Gefühl von Freiheit, dass man kaum beschreiben kann. Vielleicht macht genau das einen Roadtrip besonders.

Freiheit statt Zeitdruck

Wer schon einmal geflogen ist, kennt das Gefühl. Rechtzeitig am Flughafen sein, ab durch die Sicherheitskontrolle, Boarding, warten und hoffen, dass der Flug pünktlich startet. Dieses Mal gibt es keinen Zeitdruck.

Stattdessen entscheiden wir selbst, wann wir losfahren, wann wir eine Pause einlegen und wann wir einfach anhalten, weil die Aussicht gerade viel zu schön ist, um einfach weiterzufahren.

Und seien wir ehrlich…

Manchmal sind genau diese ungeplanten Stopps später die schönsten Erinnerungen.



Mehr Platz für Erinnerungen

Hand aufs Herz. Wer kennt dieses kleine Kofferdrama vor einem Flug nicht?

„Brauche ich wirklich noch ein drittes Paar Schuhe?“

„Passt die Kamera noch ins Handgepäck?“

„Wie schwer ist der Koffer eigentlich jetzt?“

Beim Roadtrip fällt dieser kleine Urlaubskrimi zum Glück aus, das Auto verzeiht einfach ein bisschen mehr. Die Kameraausrüstung darf mit und das Lieblingskissen auch.

Und falls in Frankreich oder Spanien das eine oder andere Mitbringsel den Weg ins Auto findet, nun ja, es wird sich bestimmt noch irgendwo ein Plätzchen finden.

Jede Etappe ist wie ein eigenes kleines Kapitel. Vielleicht entdecken wir ein Café, dass in keinem Reiseführer steht.

Vielleicht finden wir einen Aussichtspunkt, den wir nie geplant hatten und vielleicht bleiben wir irgendwo einfach fünf Minuten länger stehen, weil die Abendsonne gerade alles in goldenes Licht taucht.

Genau diese Momente lassen sich nicht planen und vielleicht sind sie am Ende sogar die wertvollsten Erinnerungen der ganzen Reise.

Ist ein Roadtrip günstiger als ein Flug?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.

Natürlich entstehen unterwegs Kosten für Kraftstoff, Maut, Hotels und Verpflegung.

Auf der anderen Seite spart man Flugtickets, Gepäckgebühren, Transfers und oft auch den Stress, der mit kurzfristigen Flugänderungen verbunden sein kann.

Für uns stand deshalb gar nicht die Frage im Mittelpunkt, welche Variante am Ende ein paar Euro günstiger ist.

Viel wichtiger war eine andere Überlegung: Welche Anreisevariante schenkt uns die schönsten Erinnerungen?

Und darauf hatten wir ziemlich schnell unsere Antwort.



Mehr Urlaub statt nur Anreise

Das Schönste an einem Roadtrip? Der Urlaub fühlt sich plötzlich länger an. Nicht, weil man mehr Urlaubstage hat, sondern weil jeder einzelne Reisetag zählt.

Schon die Fahrt in den Süden gehört dazu. Die erste Übernachtung, der erste Café au lait in Frankreich. Das erste Eis irgendwo auf einem kleinen Marktplatz und der erste Sonnenuntergang unterwegs.

All das wäre bei einem Flug einfach nur ein Blick aus dem Fenster gewesen.

Unser Fazit

Am Ende wartet in Barcelona eine wunderschöne Kreuzfahrt auf uns, aber wir haben das Gefühl, dass unser Urlaub schon viel früher beginnt.

Vielleicht ist genau das der größte Luxus beim Reisen:

Nicht möglichst schnell anzukommen, sondern jeden einzelnen Moment dazwischen bewusst zu erleben.

Von Julia