Nach tausenden Kilometern, unzähligen kleinen Stopps, wunderschönen Orten und zugegebenermaßen auch einigen ziemlich nervenaufreibenden Stunden im Straßenverkehr, war es endlich so weit:Wir waren angekommen. Übermorgen würden wir von hier aus unsere Mittelmeerkreuzfahrt starten. Aber bevor wir das Hotelzimmer gegen Kabinen und die Straßen gegen das Meer tauschten, wollten wir erst einmal ein wenig von dieser wunderschönen Stadt in Spanien entdecken. Mataró, unser kleines Zuhause vor Barcelona.Am späten Nachmittag kamen wir zunächst in Mataró an, einer mediterranen Stadt, direkt am Meer und nördlich von Barcelona. Rund 132.000 Menschen leben hier. Mataró verbindet Strand, Hafen, Altstadt und katalanische Geschichte auf eine ganz eigene Art. Für uns war Mataró vor allem der perfekte Ausgangspunkt für Barcelona. Die Stadt ist hervorragend angebunden und mit der R1 kommt man mit dem Zug in etwa 41 Minuten ins Zentrum von Barcelona und genau das wollten wir am nächsten Morgen ausprobieren. Aber erst einmal hieß es ankommen.Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten, zog es uns nach draußen. Unser Hotel lag nicht weit vom Strand entfernt und natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen, noch ein paar Schritte Richtung Meer zu gehen. Es war noch immer wunderbar warm. Am Port de Mataró waren Familien unterwegs, Menschen saßen zusammen, Kinder spielten und überall herrschte diese entspannte Stimmung, die man nur im Sommer am Meer findet. Und dann war er da, dieser Moment, auf den man nach so vielen Kilometern gewartet hat:Sand unter den Füßen. Wir gingen ein paar Schritte ins Meer, ließen das Wasser um unsere Füße spielen und sahen der Sonne dabei zu, wie sie langsam tiefer sank. Das Meer glitzerte im Abendlicht, die Luft war warm und überall dieses leise, geschäftige Leben.Es fühlte sich endlich nach Urlaub an. Nach genau dem Urlaub, auf den wir so lange hingefiebert hatten. Irgendwann machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt und schlenderten durch die Rambla, eine der wichtigsten Einkaufs- und Lebensadern Matarós und auch hier war noch ordentlich etwas los. Ein Geschäft neben dem anderen, Restaurants, Menschen, Stimmen, Lichter, dieses ganz typische südliche Abendleben.Wir ließen uns treiben, suchten uns etwas Leckeres und gingen später noch ein wenig durch die Straßen. Der nächste Morgen begann früh. Der Bahnhof war von unserem Hotel aus in etwa 20 Minuten zu Fuß erreichbar und die Tickets konnten wir unkompliziert am Automaten kaufen. Vom Bahnhof aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Sagrada Família. Dieses unglaubliche Bauwerk, dass ich 2019 schon von Innen und Außen bewundern konnte. Die Sagrada Família wurde 1882 begonnen. Zunächst unter dem Architekten Francisco de Paula del Villar, bevor Antoni Gaudí bereits 1883 die Leitung übernahm und das Projekt völlig neu prägte. Mehr als 140 Jahre nach der Grundsteinlegung wird noch immer daran gebaut. Barcelona ist keine Stadt, die man nur auf einer Liste abhaken kann, Barcelona möchte entdeckt werden. Wir schlenderten durch das Barri Gòtic, das Gotische Viertel, hinein in dieses Gewirr aus kleinen, schmalen Gassen, alten Mauern und versteckten Plätzen. Die Kathedrale von Barcelona, Santa Maria del Pi, die Plaça de Sant Jaume und die kleinen Plätze des Viertels reihten sich aneinander. Und natürlich kamen wir auch am berühmten Pont del Bisbe vorbei, der gotisch wirkenden Bischofsbrücke, die die Gebäude über der Carrer del Bisbe miteinander verbindet. Eine Ecke weiter sah alles schon wieder völlig anders aus. Alte, rissige Fassaden, bunte Türen, verwinkelte Balkone.Wäsche, die über unseren Köpfen im Wind flatterte. Blumentöpfe auf kleinen Fensterbänken. Bunte Markisen und die typischen kleinen Cafés, aus denen Stimmen und Kaffeeduft auf die Straße strömten und überall dieses Leben. Barcelona ist bunt und manchmal ein bisschen chaotisch, aber vor allem ist Barcelona unglaublich lebendig. Menschen sitzen vor den Cafés, irgendwo spielt Musik, Fahrräder schlängeln sich durch die Gassen und aus irgendeinem offenen Fenster hört man Stimmen. Touristen mischen sich mit Einheimischen und zwischen all dem findet man immer wieder diese kleinen stillen Ecken, in denen die Zeit für einen Moment langsamer zu werden scheint. Genau das liebe ich am Reisen. Dieses Gefühl, nicht nur eine Stadt anzuschauen, sondern für einen kleinen Augenblick Teil von ihr zu sein. Denn hinter jeder Ecke wartete etwas Neues und so liefen wir einfach weiter, ohne Plan, mit offenen Augen und mit diesem glücklichen Gefühl, tatsächlich hier zu sein. Irgendwann wurde es später. Die Füße wurden müde und langsam machten wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof.Zurück nach Mataró, zurück zu unserem kleinen Zuhause am Meer. Im Zug ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Barcelona hatte uns mit seiner ganz eigenen Mischung aus Geschichte, Lebensfreude, Architektur und diesem besonderen südlichen Lebensgefühl ein kleines Stück verzaubert. Und während draußen die Küste langsam wieder an uns vorbeizog, wurde uns bewusst: Morgen war es tatsächlich so weit, unsere Mittelmeerkreuzfahrt würde beginnen. Vielleicht sind Reisen genau deshalb so wunderbar, weil sie uns nicht nur an andere Orte bringen, sondern manchmal auch ein kleines Stück näher zu uns selbst. Teilen mit: Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp Gefällt mir:Gefällt mir Wird geladen … Beitragsnavigation Ein Morgen in Montpellier