Ich mag Seetage unglaublich gerne. Für mich ist ein Seetag irgendwie Urlaub vom Urlaub.

Genau so begann auch unser sonniger Seetag an Bord der MSC Grandiosa, auf dem Weg nach Palma de Mallorca.

Ein Tag zum Nichtstun

Wir nutzten den Tag ganz bewusst zum Erholen und zogen uns auf das Aurea Deck – Top 19 Solarium zurück.

Ein wunderbar ruhiger Bereich, der ausschließlich den Gästen der Aurea-Kategorie zur Verfügung steht. Eine kleine Bar, gemütliche Loungemöbel, zahlreiche Liege- und Sitzmöglichkeiten und sogar ein kleiner Pool machen diesen Bereich zu einem schönen Rückzugsort.

Genau das Richtige für einen Seetag.

Ich machte es mir gemütlich, las ein wenig, saß zwischendurch im Pool und tankte Sonne.

Und natürlich gehört zu einem Seetag auch das herrliche Beobachten dessen, was unter einem auf dem großen Pooldeck passiert.

Und plötzlich waren da Delfine

Doch mein persönlicher Höhepunkt des Tages passierte schon am Morgen.

Beim Frühstück saß ich und schaute hinaus aufs Meer. Ich ließ meinen Blick über die Wasseroberfläche schweifen und plötzlich dachte ich:

Habe ich das gerade wirklich gesehen?

Ich schaute genauer hin und ja, da waren sie zu sehen: Delfine.

Für einen kurzen Moment waren sie da. Ein paar Bewegungen im Wasser, ein Aufblitzen, dann waren sie wieder verschwunden.

Und genau solche Momente liebe ich am Reisen, die, die man nicht buchen kann.

Irgendwie hatte ich wieder einmal dieses unglaubliche Glück.

Ein Tag auf See

Den restlichen Tag verbrachten wir ganz entspannt.

An Bord gibt es natürlich unzählige Möglichkeiten, sich beschäftigen und „bespaßen“ zu lassen. Animation, Unterhaltung, Sport, Musik, Pool und vieles mehr.

Aber wir wollten heute eigentlich gar nicht so viel und genau das war für uns der perfekte Seetag.

Einen kleinen Minuspunkt gab es für mich allerdings trotzdem.

Mir ist natürlich bewusst, dass ein Seetag anders funktioniert als ein Tag im Hafen.

Alle Gäste sind an Bord und das Schiff ist voller und natürlich konzentriert sich dadurch auch alles stärker auf die öffentlichen Bereiche und insbesondere auf das Buffet.

Trotzdem war ich teilweise wirklich erschrocken über das Verhalten mancher Gäste.

Vor allem die Tischmanieren und der Umgang mit dem Buffet sind mir an diesem Tag sehr negativ aufgefallen.

Zurückgelassene Teller, Essen auf den Tischen und teilweise ein Verhalten am Buffet, das ich in dieser Form auf meinen bisherigen Reisen noch nicht erlebt hatte.

Natürlich ist das eine sehr persönliche Wahrnehmung und sicher nicht repräsentativ für alle Gäste, aber für mich war es an diesem Tag tatsächlich ein deutlicher Minuspunkt.

Abgesehen davon war es ein wunderschöner, sonniger und entspannter Tag, bis der Abend kam.

Ein Abend, der ganz anders begann

Für den Abend hatten wir uns Plätze in der Carousel Lounge der MSC Grandiosa reserviert.

Wir freuten uns schon darauf, ein schöner Abschluss für einen entspannten Tag.

Mit einem Begrüßungsgetränk suchten wir uns unsere Plätze und warteten gespannt darauf, dass die Show begann.

Und dann… Alarm.

Mein Herz schlug plötzlich bis zum Hals.

Oh Gott. Was passiert jetzt?

Doch schnell stellte sich heraus: Es war kein Generalalarm, sondern ein Crew-Alarm.

Die Show begann trotzdem wenige Minuten später.

Doch dann ertönte erneut ein Alarm, eine Durchsage folgte und plötzlich wurde die Show unterbrochen.

Wenig später stand fest, die Vorstellung wurde komplett abgebrochen.

Es gab ein „Man overboard“-Manöver.

Alle Passagiere wurden gebeten, sich auf ihre Kabinen zu begeben.

Plötzlich war die Stimmung eine andere

Auf einmal war von der entspannten Urlaubsstimmung nicht mehr viel zu spüren.

Menschen machten sich auf den Weg zurück zu ihren Kabinen.

In den Treppenhäusern wurde es bei jeder Durchsage plötzlich ganz still und während wir zurückgingen, kreisten die Gedanken.

Da draußen irgendwo im dunklen Mittelmeer…eine unbekannte Person.

Eine Seele, die möglicherweise gerade um ihr Leben kämpfte, dieser Gedanke war schwer auszuhalten.

Als wir unsere Kabine erreichten, gingen wir direkt auf unseren Balkon.

Von dort konnten wir beobachten, wie die Scheinwerfer das dunkle Wasser absuchten.

Das Schiff wurde langsamer, fast schien es stillzustehen. Dann setzte es sich wieder langsam in Bewegung, drehte erneut und suchte weiter.

Immer wieder ertönten Durchsagen des Kapitäns und irgendwann klopfte es an unserer Kabinentür, unsere Bordkarten wurden eingescannt.

In diesem Moment wurde klar, was dahintersteckte. Es wurde überprüft, ob tatsächlich alle Passagiere an Bord waren.

Dann tauchte irgendwann ein Hubschrauber der Küstenwache auf und unterstützte die Suche.

Wir standen auf unserem Balkon und sahen hinaus in die Dunkelheit. Scheinwerfer auf dem Wasser.

Nach zwei Stunden endlich Entwarnung

Etwa zwei Stunden später kam endlich die Nachricht, auf die alle gewartet hatten.Entwarnung.

Es handelte sich um einen Fehlalarm, das System hatte ein „Man overboard“-Signal ausgelöst.

Durch die Kontrolle der Bordkarten konnte schließlich sichergestellt werden, dass alle Passagiere sowie das gesamte Personal an Bord waren.

Gott sei Dank, was für eine Erleichterung und gleichzeitig ein Moment, in dem einem noch einmal bewusst wird, wie schnell sich ein eigentlich ganz normaler Urlaubstag verändern kann.