Heute führt uns unsere Reise nach Rom. Eine Stadt, die man wahrscheinlich nie in nur einem einzigen Tag wirklich kennenlernen kann. Eine Stadt, die so viel Geschichte in sich trägt, dass man manchmal das Gefühl bekommt, an jeder Ecke auf ein Stück Vergangenheit zu treffen. Da Rom selbst keine Hafenstadt ist, liegt unser Schiff heute etwas weiter außerhalb, in Civitavecchia, dem großen Hafen nördlich von Rom. Von hier aus machten wir uns auf den Weg in die ewige Stadt. Auch diesmal wollten wir unabhängig bleiben und unseren Landgang selbst organisieren. Direkt am Kreuzfahrtterminal kauften wir ein Busticket, das die Hin- und Rückfahrt beinhaltete. Vom Hafen ging es mit dem Bus zum Bahnhof und von dort weiter mit dem Zug Richtung Rom. Unser Ziel: Roma San Pietro. Der Petersplatz – ein Ort, der etwas mit einem macht Vom Bahnhof Roma San Pietro liefen wir zu Fuß in Richtung Petersplatz. Etwa einen Kilometer ist es bis zur berühmten Piazza und mit jedem Schritt kam dieses ganz besondere Gefühl näher. Und dann öffnete sich vor uns der gewaltige Petersplatz. Die mächtigen Kolonnaden, die sich wie zwei große Arme um den Platz legen. In der Mitte der Obelisk und dahinter die beeindruckende Fassade des Petersdoms. Alles wirkt groß, weit und ehrfurchtgebietend. Und obwohl ich selbst keinen besonderen Bezug zur Kirche habe, hat mich dieser Ort tief berührt. Vielleicht gerade deshalb, weil hier jeden Tag Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern stehen. Menschen, die glauben, hoffen, beten, suchen, danken oder einfach nur staunen. Menschen mit ihren ganz persönlichen Geschichten, Schicksalen und Sehnsüchten. Und plötzlich steht man selbst mitten darin, an einem Ort, der für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt eine Bedeutung hat. Wir hatten sogar noch besonderes Glück, denn es war Mittwoch. An diesem Tag fand die Generalaudienz des Papstes statt. Wir konnten den Papst live auf den großen Bildschirmen auf dem Petersplatz sehen. Was für ein besonderer Moment. Die Vatikanischen Museen – ein Spaziergang durch Jahrhunderte Von dort aus machten wir uns auf den Weg zu den Vatikanischen Museen. Den Eintritt hatten wir bereits von Deutschland aus gebucht, eine Entscheidung, die sich definitiv gelohnt hat. Schon beim Betreten beginnt eine Reise durch Jahrhunderte. Kunst, Geschichte, Architektur und unzählige Meisterwerke begegnen einem auf Schritt und Tritt. Räume, Säle, Galerien und Kunstwerke reihen sich aneinander und irgendwann weiß man gar nicht mehr, wohin man zuerst schauen soll. Es ist beeindruckend und gleichzeitig beinahe überwältigend. Doch unser Besuch hatte auch seine Schattenseiten. Es war sehr heiß und einige Bereiche der Museen sind gerade in den Sommermonaten nur eingeschränkt klimatisiert. Dazu kamen die Menschenmassen. Anfangs versucht man noch, alles in Ruhe anzusehen. Bleibt stehen, schaut nach oben und entdeckt kleine Details. Aber irgendwann hatten wir leider zunehmend das Gefühl, einfach nur noch mitgeschoben zu werden. Schritt für Schritt und Raum für Raum. Dabei hätten wir uns so gerne Zeit genommen, um all diese Schönheit wirklich auf uns wirken zu lassen. Die Sixtinische Kapelle Am Ende wartete eines der großen Highlights auf uns, die Sixtinische Kapelle. Allein der Gedanke, unter Michelangelos berühmten Fresken zu stehen, ist beeindruckend. Doch auch hier war es unglaublich voll. Fotografieren und Filmen sind in der Sixtinischen Kapelle übrigens grundsätzlich verboten. Also hieß es nach oben schauen und einfach versuchen, diesen Moment zu speichern. Leider war die Kapelle so überfüllt, dass wir sie nicht so genießen konnten, wie wir es uns gewünscht hätten. Vielleicht wäre ein Besuch in den Herbst- oder Wintermonaten entspannter. Ob es dann tatsächlich deutlich leerer ist, können wir allerdings nicht beurteilen. Für uns wurde es irgendwann einfach zu viel und trotzdem bleibt dieser Ort faszinierend. Rom zu Fuß und die Hitze im Gepäck Nach unserem Besuch ging es wieder zurück Richtung Bahnhof. Mittlerweile merkten wir allerdings deutlich, wie anstrengend dieser Tag geworden war. Wir waren sehr viel zu Fuß unterwegs gewesen und die Hitze machte uns zusätzlich zu schaffen. Man möchte an jeder Ecke stehen bleiben, in kleine Straßen abbiegen, Gebäude bestaunen, Brunnen entdecken und einfach schauen, was hinter der nächsten Ecke wartet. Aber an einem heißen Sommertag fordert das seinen Tribut, irgendwann waren wir einfach müde und so machten wir uns langsam auf den Rückweg nach Civitavecchia, mit unzähligen Eindrücken im Gepäck. Unser Fazit Vatikanstadt mit dem Petersplatz war für uns einer dieser Momente, die bleiben. Ein Ort, an dem ich selbst ohne persönlichen Bezug zur Kirche gespürt habe, wie viel Bedeutung ein Platz für Millionen von Menschen haben kann. Die Vatikanischen Museen waren faszinierend und überwältigend zugleich. Allerdings würden wir bei einem nächsten Besuch wahrscheinlich eine ruhigere Jahreszeit wählen und uns bewusst mehr Zeit für einzelne Bereiche nehmen. Rom sollte man nicht einfach abhaken, diese Stadt verdient Zeit. Man sollte im Rahmen eines Städtetrips Rom erkunden. Bei einem Kreuzfahrtlandgang ist es schier unmöglich Rom in Ruhe zu erkunden. Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden uns „nur“ Vatikanstadt anzuschauen. Arrivederci, Roma.Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder und dann mit mehr Zeit. 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