Auf dem Weg nach Hause entschieden wir uns spontan, noch einen Zwischenstopp in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt einzulegen.

Schon beim ersten Spaziergang durch die Altstadt merkt man, dass diese Stadt eine ganz eigene Atmosphäre besitzt.

Historische Fachwerkhäuser stehen neben prächtigen Bürger und Patrizierhäusern, dazwischen immer wieder kleine Plätze, verwinkelte Gassen und alte Gebäude, die Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten erzählen.

Die Erfurter Altstadt gehört zu den größten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Deutschlands.

Es macht einfach Freude, ohne großes Ziel durch die kleinen Straßen zu laufen. Mal führt der Weg über Kopfsteinpflaster, dann wieder durch eine enge Gasse, vorbei an kleinen Läden, Cafés und Restaurants. Hinter jeder Ecke wartet irgendwie ein neues Fotomotiv.

Der Domplatz

Besonders beeindruckend ist natürlich der Domplatz mit dem imposanten Ensemble aus Dom St. Marien und der St. Severikirche. Die beiden Kirchen thronen gemeinsam auf dem Domberg und gehören zu den Wahrzeichen Erfurts. Der Dom verbindet romanische und gotische Bauelemente, während St. Severi als fünfschiffige gotische Hallenkirche beeindruckt.

Und das Schöne: Für die normale Besichtigung muss man weder im Dom noch in St. Severi Eintritt bezahlen. Beide Kirchen sind grundsätzlich frei zugänglich. Für besondere Führungen, beispielsweise zur berühmten Gloriosa oder durch bestimmte Bereiche, fallen allerdings Gebühren an.

Schon von außen ist der Anblick beeindruckend, besonders wenn man die vielen Stufen zum Dom hinaufsteigt und plötzlich vor diesen gewaltigen Bauwerken steht.

Durch kleine Gassen zum Fischmarkt

Von dort ging es weiter durch die Altstadt in Richtung Fischmarkt.

Am Fischmarkt selbst steht das neugotische Erfurter Rathaus, umgeben von prachtvollen historischen Bürgerhäusern. Besonders schön sind die aufwendig gestalteten Fassaden der Häuser Zum Roten Ochsen und Zum Breiten Herd.

Heute ist der Fischmarkt ein lebendiger Mittelpunkt der Altstadt, mit Geschäften, Gastronomie und vielen Menschen, die einfach unterwegs sind.

Und dann begegnet man plötzlich einem ziemlich berühmten Erfurter Einwohner: Bernd das Brot.

Direkt am Fischmarkt befindet sich der Brotladen, der sich ganz dem mürrischen KIKA-Star widmet. Gleich gegenüber steht seine Figur. Im Geschäft gibt es jede Menge Bernd das Brot-Fanartikel. Von Figuren über Tassen bis hin zu Shirts und Kuscheltieren.

Erfurt ist eine Stadt zum Treibenlassen

Was mir an Erfurt besonders gefallen hat, war dieses Zusammenspiel aus Geschichte und Leben.

Man kann sich alte Gebäude anschauen und im nächsten Moment in einem kleinen Café sitzen. Man entdeckt Handwerksläden, Boutiquen und kleine Geschäfte, bleibt vor einer hübschen Fassade stehen oder läuft einfach weiter, ohne genau zu wissen, wo man als Nächstes landet.

Und natürlich darf die Krämerbrücke bei einem Besuch nicht fehlen. Sie ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Erfurts und die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. In den kleinen Häusern haben heute Geschäfte, Galerien und Manufakturen ihren Platz gefunden.

Gerade dort bekommt man dieses besondere Gefühl, dass Erfurt nicht nur eine Stadt ist, die man besichtigt, sondern eine Stadt, durch die man einfach hindurchschlendert und sie dabei Stück für Stück entdeckt.

Ein Zwischenstopp, der nach mehr ruft

Unsere wenigen Stunden waren viel zu schnell vorbei.

Am Ende blieb vor allem eines, der Gedanke, dass Erfurt definitiv mehr Zeit verdient hätte.

Wenn ihr also in Thüringen unterwegs seid, nehmt euch ein paar Stunden Zeit für Erfurt. Lasst das Auto stehen, zieht los und verliert euch ein bisschen in den kleinen Gassen der Altstadt. Schaut nach oben, entdeckt die alten Fassaden, kehrt in ein Café ein und lasst euch einfach treiben.