10. August 2024 – Hellesylt. Und dieser Tag sollte etwas ganz Besonderes werden. Denn während wir in Hellesylt von Bord gingen, wussten wir schon, dass wir am Ende unseres Ausflugs nicht hierher zurückkehren würden. Unser Weg würde uns durch die norwegische Bergwelt bis nach Geiranger führen und von dort aus würde die AIDAperla später durch den berühmten Geirangerfjord weiterfahren. Natürlich durfte auch an diesem Tag das typisch norwegische Wetter nicht fehlen. Wolken hingen über den Bergen, immer wieder fiel Regen und zwischendurch kämpfte sich die Sonne durch die graue Wolkendecke. Genau dieses wechselhafte Wetter gehört für mich aber irgendwie zu Norwegen. Es lässt die Landschaft immer wieder anders aussehen. Mal geheimnisvoll, mal rau und dunkel und dann plötzlich wieder hell und fast unwirklich schön. Hoch hinaus auf das Strandafjellet Unser Ausflug führte uns zunächst mit dem Bus in Richtung Stranda. Dort wartete die Strandafjellet-Gondol auf uns, die hinauf in Richtung Roaldshorn führt. Von oben eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die Fjordlandschaft, den Storfjord, Stranda und die Sunnmørsalpen. Oben angekommen, blieb man fast automatisch einen Moment stehen. Diese Weite, die Berge und Fjorde. Man schaut nicht einfach nur auf eine Landschaft, man versucht für einen Augenblick, sie wirklich aufzunehmen. Unterwegs zum Trollstigen Danach ging es mit dem Bus weiter. Wir setzten mit einer Autofähre über und fuhren immer tiefer hinein in die norwegische Bergwelt. Die Landschaft wurde rauer und ursprünglicher. Immer wieder machten wir kleine Stopps. Mal war es ein Wasserfall, der sich seinen Weg über die Felsen bahnte, mal ein besonders schöner Blick auf Berge und Täler. Und überall dieses Norwegen, das man sich vorher vielleicht genau so vorgestellt hat und das trotzdem noch beeindruckender ist, wenn man tatsächlich mittendrin sitzt. Natürlich durfte auch an diesem Tag unsere kleine Zimtschnecke nicht fehlen! Die endgültige Platzierung sollte es aber erst am Ende unserer Norwegen-Reise geben. Trollstigen – Norwegens Straßenbaukunst Schließlich erreichten wir den Trollstigen, eine der bekanntesten Straßen Norwegens. Die Straße windet sich mit elf engen Haarnadelkurven spektakulär den Berg hinauf. Teile der Strecke wurden ab 1916 gebaut, bevor die Straße 1936 offiziell eröffnet wurde. Heute gehört der Trollstigen zur Nationalen Landschaftsroute Geiranger–Trollstigen. Zwischen steilen Felswänden, tosenden Wasserfällen und einer gewaltigen Berglandschaft wirkt diese Straße fast ein wenig unwirklich. Wir gingen zu den Aussichtspunkten und konnten die Wasserfälle beobachten, die sich durch die Landschaft ihren Weg nach unten bahnten. Besonders beeindruckend war die Verbindung aus dieser technischen Meisterleistung und der Natur ringsherum. Hier merkt man einmal mehr, wie klein der Mensch gegenüber dieser Landschaft eigentlich ist. Weiter Richtung Geiranger Unser Weg führte anschließend weiter Richtung Geiranger. Ein weiterer Höhepunkt wartete noch auf uns: die berühmte Ørnevegen – Adlerstraße und ihr Aussichtspunkt Ørnesvingen. Die Adlerstraße führt über elf Serpentinen vom Geirangerfjord hinauf in Richtung Eidsdal. Von der Ørnesvingen aus eröffnet sich ein fantastischer Blick hinunter auf den Geirangerfjord, Geiranger und die umliegenden Berge. Wir hatten Glück, denn als wir ankamen, war es noch vergleichsweise ruhig. Wir konnten in aller Ruhe schauen, fotografieren und diesen Ausblick genießen. Die Fahrt nach Geiranger führte über enge und kurvenreiche Serpentinenstraßen. Links und rechts Berge, Wasserfälle und immer wieder dieser Blick hinunter in den Fjord. Und irgendwo zwischen all diesen Kurven dachte ich mir nur: Was für ein Tag. Unser Fahrer brachte uns sicher hinunter nach Geiranger und dort blieb uns sogar noch etwas Zeit, den kleinen Ort selbst zu erkunden. Ein kleiner Spaziergang durch Geiranger Geiranger ist klein, lebendig und ganz auf den Fjord ausgerichtet. Kleine Geschäfte, Souvenirs, Cafés und immer wieder der Blick auf das Wasser. Und natürlich lag dort unser Schiff. Ich liebe diese Perspektive besonders: Man läuft durch einen kleinen Ort, entdeckt ein paar Geschäfte, schaut sich um und hinter allem erhebt sich diese gewaltige Landschaft. Dazwischen liegt das Schiff, das für ein paar Tage unser Zuhause ist. Auf Wiedersehen, Geiranger Am Abend suchten wir uns einen Platz in der Lanai Bar. Dann begann der nächste Teil unseres Tages, auf den ich mich besonders gefreut hatte: Die AIDAperla setzte sich in Bewegung und fuhr durch den Geirangerfjord. Nun konnten wir die Landschaft noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben. Die berühmten Sieben Schwestern zeigten sich an den steilen Felswänden des Fjords. Sieben Wasserfälle stürzen hier vom Berg hinunter, je nach Schneeschmelze und Niederschlag mal kräftiger, mal etwas zurückhaltender. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt Friaren, der „Freier“, den viele auch als den „Mann mit der Flasche“ kennen. Der Wasserfall teilt sich so, dass in der Mitte eine Felsformation sichtbar wird, die an eine Flasche erinnert. Während das Schiff langsam durch den Fjord glitt, zogen Wasserfälle, steile Berge und immer wieder auch Aquakulturen an uns vorbei. Ich konnte mich kaum sattsehen. Ein Abend, den ich behalten wollte Später zog es mich auf unseren Balkon. Ich hatte mir in Geiranger ein kleines Sagenbuch über die Region gekauft und setzte mich damit nach draußen. Vor mir der Fjord, hinter mir das leise Leben des Schiffes und ringsherum diese gewaltigen Berge, die langsam im Abendlicht verschwanden. Ich blätterte in den Geschichten über diese Landschaft und schaute gleichzeitig genau auf das, was dort beschrieben wurde. Plötzlich waren die Berge nicht mehr einfach nur Berge. Hinter ihnen lagen Geschichten, Legenden und Menschen, die hier früher gelebt haben. Wasserfälle bekamen Namen. Felsen wurden zu Figuren. Und der Fjord wurde zu einem Ort voller Geschichten. Ich saß einfach nur da und dachte: Manchmal muss man gar nichts tun. Man muss nur irgendwo sitzen und den Moment auf sich wirken lassen. Teilen mit: Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp Gefällt mir:Gefällt mir Wird geladen … Beitragsnavigation Ein Wasserfall mitten in Berlin – Ausflug in den Viktoriapark