Von Kingersheim nach Montpellier

Nach der ersten Nacht in Frankreich ging es am Morgen vom B&B Hotel Kingersheim bei Mulhouse weiter Richtung Süden. Für eine Nacht war das Hotel absolut ausreichend. Das Zimmer war sauber, das Personal freundlich und auch insgesamt machte alles einen ordentlichen Eindruck. Eben ein typisches Hotel für die Durchreise.

Das Frühstück war als Willkommensangebot beim B&B Club sogar inklusive und für so ein Hotel wirklich vollkommen in Ordnung. Es gab Eier und Rührei, Croissants, Brot, Wurst, Käse, Marmeladen und einiges mehr. Besonders positiv überrascht hat mich der Kaffee aus dem Vollautomaten. Verschiedene Varianten und tatsächlich richtig guter Kaffee. Auch der Frühstücksraum war sauber und modern eingerichtet.

Gegen 8:30 Uhr ging es dann wieder los.

Weiter Richtung Süden, aber weiterhin ohne Autobahn

Auch auf dieser Etappe sollte es möglichst abseits der Autobahn weitergehen. Zum einen fahre ich Autobahn einfach nicht besonders gern, zum anderen sieht man auf der Landstraße deutlich mehr von Frankreich.

Und ganz nebenbei hatte die ADAC Drive App ausgerechnet, dass sich auf unserer Strecke dadurch knapp 100 Euro Maut sparen lassen.

Also ging es wieder über kleinere Straßen, durch Orte und mitten durch die französische Landschaft.

Die erste Pause legten wir bei Montbozon ein. Direkt neben einem Sonnenblumenfeld kurz das Auto abgestellt und einfach mal die Beine vertreten.

Genau solche Stopps gehören für mich zu einer Fahrt über Land dazu. Sonne, blauer Himmel, die Sonnenblumen direkt neben einem und ansonsten fast komplette Stille. Nur ab und zu kam einmal ein Auto vorbei.

Und bis hierhin hatten wir gefühlt schon die ersten 100 Kreisverkehre geschafft.

Frankreich und seine Kreisverkehre

Frankreich scheint bei Kreisverkehren wirklich Weltmeister zu sein.

Klassische Kreuzungen gibt es gefühlt deutlich weniger als bei uns. Stattdessen fährt man aus einem Kreisverkehr heraus und kann teilweise schon den nächsten sehen.

Gerade in kleinen Ortschaften kann das irgendwann etwas anstrengend werden. Da fährt man durch ein Dorf und hat innerhalb weniger Kilometer fünf, sechs oder noch mehr Kreisverkehre.

Dazu kommen die vielen Bodenwellen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das sorgt natürlich dafür, dass man über Land deutlich langsamer vorankommt als auf deutschen Bundesstraßen.

Auffällig waren außerdem die Ampeln.

Einige stehen zunächst auf Rot oder schalten sogar auf Rot, wenn man auf sie zufährt. Sobald man langsamer wird und näher kommt, springen sie kurz bevor man zum Stillstand kommt wieder auf Grün.

Das haben wir unterwegs so häufig erlebt, dass es kaum Zufall sein kann. Vermutlich arbeiten diese Ampeln mit Sensoren und sollen dafür sorgen, dass Fahrzeuge vor oder innerhalb einer Ortschaft tatsächlich langsamer werden.

Eigentlich ein ziemlich cleveres System.

Mittagspause beim großen M

Gegen 14:30 Uhr wurde es Zeit für eine Mittagspause in Ambérieu-en-Bugey.

Diesmal beim großen M.

Interessant fand ich, dass sich das Angebot doch etwas von Deutschland unterscheidet. Gefühlt gab es weniger Auswahl und gleichzeitig waren die Preise teilweise noch höher.

Und der Kaffee?

Nun ja.

Nach dem richtig guten Kaffee am Morgen im Hotel war das eher ein deutlicher Rückschritt. In Frankreich würde ich beim nächsten Mal wahrscheinlich lieber irgendwo ein kleines Café suchen.

Rund um Lyon doch kurz auf die Autobahn

Kurz vor Lyon wurde dann eine Ausnahme gemacht.

Direkt durch Lyon über Landstraßen fahren musste dann doch nicht sein. Also ging es für einige Kilometer auf die Autobahn, um die Stadt zu umgehen.

Und da merkt man ziemlich schnell, warum sich die mautfreie Route finanziell lohnt.

Allein dieser kurze Abschnitt kostete rund 7 Euro Maut.

Das System ist recht einfach. Am Beginn eines mautpflichtigen Abschnittes zieht man ein Ticket. Am Ende wird anhand des Tickets berechnet, welche Strecke gefahren wurde.

Bezahlt werden kann problemlos kontaktlos mit Karte oder Smartphone.

Man sollte allerdings rechtzeitig auf die richtige Spur achten. Ich wäre beinahe zwischen den LKW in einer völlig falschen Spur gelandet.

Kreuzfahrtpause an der Rhône

Am Nachmittag folgte einer der schönsten Stopps der ganzen Etappe.

Bei Le Pouzin machten wir eine Pause direkt an der Rhône.

Und das Timing hätte kaum besser sein können.

Gerade als wir dort standen, legte die S.S. Catherine ab und fuhr langsam auf der Rhône davon.

Nur ungefähr fünf Minuten später kam bereits die Viking Heimdal und legte nahezu an derselben Stelle an.

Zwei Flusskreuzfahrtschiffe innerhalb weniger Minuten und dazu diese ruhige Kulisse direkt am Wasser.

Gerade nach mehreren Stunden im Auto war das eine richtig schöne Pause.

Inzwischen war es ungefähr 16:30 Uhr.

Also wieder zurück ins Auto und weiter Richtung Süden.

Viviers – ein ungeplanter Höhepunkt

Gegen 19 Uhr erreichten wir Viviers.

Eigentlich nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Montpellier, am Ende aber einer dieser Orte, an die man sich später wahrscheinlich stärker erinnert als an viele vorher geplante Sehenswürdigkeiten.

Das Auto abgestellt und einfach losgelaufen.

Schmale Gassen, alte Steinhäuser, Torbögen und kleine Durchgänge. Viel Betrieb war nicht mehr und dadurch wirkte der Ort am frühen Abend noch einmal ganz besonders.

Durch die alten Gassen ging es immer weiter nach oben bis zur Kathedrale von Viviers.

Schon der Weg dorthin vermittelt ein richtig südfranzösisches Gefühl. Helle Steinfassaden, alte Mauern, kleine Fensterläden und enge Wege.

Oben angekommen öffnet sich dann der Blick über den Ort und die Umgebung.

Auch rund um die Kathedrale stehen beeindruckende historische Gebäude, die im warmen Abendlicht noch einmal ganz anders wirken.

Viviers hat dabei schon deutlich mediterranes Flair.

Teilweise hätte man vom Baustil her auch glauben können, irgendwo in der Toskana unterwegs zu sein.

Genau für solche Orte lohnt sich für mich die Fahrt über Land. Auf der Autobahn wären wir vermutlich deutlich schneller gewesen. Viviers hätten wir dann aber wahrscheinlich nie gesehen.

600 Kilometer können ziemlich lang werden

Nach dem Rundgang durch Viviers ging es schließlich weiter Richtung Montpellier.

Und langsam merkte man, wie lang so ein Tag auf französischen Landstraßen werden kann.

600 bis 700 Kilometer klingen zunächst gar nicht so dramatisch. Durch die vielen Ortsdurchfahrten, Kreisverkehre, Bodenwellen und Geschwindigkeitsbegrenzungen kann daraus aber schnell eine Fahrt von mehr als zwölf Stunden werden.

Dafür sieht man eben auch wesentlich mehr vom Land.

Gegen 21:45 Uhr verschwand schließlich die Sonne hinter uns. Der Sonnenuntergang war nur noch im Rückspiegel zu sehen und langsam wurde aus der Tagesetappe eine Nachtfahrt.

Noch einmal tanken

Kurz vor Montpellier wurde noch einmal nachgetankt.

Allerdings nur so viel, dass es am nächsten Tag bis Spanien reichen sollte.

Die Preise für E10 lagen auf unserer Strecke in Frankreich ungefähr zwischen 2,00 und 2,30 Euro pro Liter.

Viele Tankstellen funktionieren dabei komplett automatisch.

Keine App, kein Personal.

Karte am Terminal verwenden, einen Betrag reservieren lassen, tanken und anschließend werden nur die tatsächlichen Kosten berechnet. Die Differenz zum reservierten Betrag wird wieder freigegeben.

Das funktionierte während der Fahrt problemlos.

Gegen 23 Uhr endlich Montpellier

Gegen 23 Uhr erreichten wir schließlich unser Hotel in Montpellier.

Wieder ein B&B Hotel und auch diesmal erstaunlich günstig mit knapp 50 Euro für die Nacht.

Diesmal allerdings in einer etwas anderen Bauweise: Die Zimmer waren direkt von außen erreichbar. Ein bisschen wie diese amerikanischen Motels, die man aus Filmen und Serien kennt.

Nach mehr als zwölf Stunden unterwegs war an diesem Abend aber sowieso nur noch eines wichtig: ankommen, Sachen ins Zimmer und schlafen.

Damit war Etappe zwei Richtung Barcelona geschafft.

Vom Hotel bei Mulhouse ging es vorbei an Sonnenblumenfeldern, durch gefühlt unzählige Kreisverkehre, kurz über die Autobahn bei Lyon, an die Rhône zu zwei Flusskreuzfahrtschiffen und schließlich durch die wunderschönen alten Gassen von Viviers bis nach Montpellier.

Und genau dort beginnt auch der nächste Teil.

Denn bevor es weiter Richtung Spanien und schließlich Barcelona ging, wurde am nächsten Morgen erst einmal Montpellier erkundet.

Wie Montpellier am frühen Morgen aussah und wie anschließend die letzte Etappe Richtung Barcelona verlief, folgt in Teil 3.