Am Montagabend wurde sich frühzeitig noch einmal auf die Couch gelegt und die Augen zugemacht, denn die erste Etappe sollte direkt durch die Nacht gehen. Um 23:30 Uhr startete dann in Bernau bei Berlin die Fahrt Richtung Barcelona. Ziel für den ersten Tag war Frankreich, genauer gesagt Kingersheim bei Mulhouse.

Zunächst ging es über die Autobahn westwärts in Richtung Magdeburg und weiter bis kurz vor Salzgitter. Dort wechselte die Route auf die Landstraße. Einerseits wegen einer angekündigten Vollsperrung bei Kassel, andererseits aber auch ganz bewusst.

Generell fahre ich deutlich lieber Landstraße als Autobahn. Die Strecke ist abwechslungsreicher, für mich entspannter und gerade auf längeren Fahrten werde ich dadurch nicht so schnell müde wie beim stundenlangen Geradeausfahren auf der Autobahn. Dazu lassen sich je nach Route einige Kilometer und bei entsprechender Fahrweise auch ein bisschen Benzin sparen.


Powernap mit Blick über Hessen

Gegen 7 Uhr morgens war dann in der Nähe von Grebenhain in Hessen Zeit für eine kleine Pause. Auf einem Parkplatz direkt an der Landstraße gab es bei schönem Blick über die Felder einen Powernap von ungefähr einer Stunde.

Kurz die Augen zu, etwas Energie sammeln und danach wieder weiter Richtung Frankfurt.

Gegen 10 Uhr war die Metropole am Main erreicht. Kurz vorher ging es wieder auf die Autobahn, um sich den Stadtverkehr zu sparen.

Also über A3 und A5 und natürlich über das Frankfurter Kreuz. Direkt daneben der Flughafen und immer wieder Flugzeuge, die im Landeanflug gefühlt nur wenige Meter über den Köpfen hinwegziehen. Schon beeindruckend.



Kaffee und weiter Richtung Schwarzwald

Die Autobahn blieb noch eine Weile erhalten, bis die großen Ballungsräume hinter einem lagen. Kurz vor dem Verlassen gab es noch den obligatorischen Kaffee beim Restaurant zum Goldenen M.

Danach wurde es landschaftlich richtig schön.

Wieder runter von der Autobahn und hinein Richtung Schwarzwald. Kleine Orte, kurvige Straßen, Wälder und Berge statt mehrspuriger Autobahn.

Das nächste Ziel war das Glottertal.

Gegen 16 Uhr war es erreicht. Seit der Abfahrt in Bernau waren inzwischen rund 16,5 Stunden vergangen und etwa 820 Kilometer lagen hinter einem.


Drehort Schwarzwaldklinik

Auch im Glottertal war ich nicht zum ersten Mal. Vor über 20 Jahren hatte ich schon einmal einen kurzen Stopp an der berühmten Schwarzwaldklinik aus der gleichnamigen Fernsehserie eingelegt und wollte deshalb unbedingt noch einmal hin. Ja, ich oute mich. Die Schwarzwaldklinik wurde als Kind natürlich geschaut.

Ganz bis an das Gebäude kommt man allerdings nicht. Das Gelände ist privat. Das Auto kann unten am Strandbad abgestellt werden, dort war das Parken sogar kostenfrei. Anschließend sind es nur ein paar Meter zu Fuß bis zu einem schönen Fotospot. Und dann steht man dort wieder vor genau diesem Blick, den man aus der Serie kennt.

Gerade hier im Schwarzwald kamen viele Erinnerungen zurück. In den 90ern war ich als Kind oft mit meinem Vater im Reisemobil in dieser Region unterwegs, von Campingplatz zu Campingplatz. Auf der Fahrt tauchten deshalb immer wieder Ortsnamen und Gegenden auf, die ich schon damals kannte und durch die ich als Kind bereits gefahren war.

Ein paar Fotos später ging es weiter. Die frühere TV Kulisse ist heute übrigens eine psychosomatische Akut und Rehaklinik und damit weiterhin tatsächlich eine Klinik.


Freiburg und sehr viele Fahrräder

Gegen 17 Uhr folgte der nächste Zwischenstopp in Freiburg im Breisgau. Die erste Herausforderung war allerdings nicht die Stadtbesichtigung, sondern überhaupt einen Parkplatz zu finden.

Und dann diese Fahrräder. Fahrradstraßen, Fahrräder von links, Fahrräder von rechts und gefühlt tausende Radfahrer überall. Als Autofahrer kam man sich stellenweise tatsächlich wie eine Minderheit vor. Da hieß es besonders aufmerksam sein. Später in Spanien wünschte ich mir die vielen Fahrräder aus Freiburg angesichts der Kamikaze Roller aber tatsächlich zurück. Dazu aber in einem der nächsten Berichte mehr, samt Schreckmoment.

Irgendwann war zum Glück ein Parkplatz gefunden. Bezahlt wurde unkompliziert über EasyPark und anschließend blieb etwas Zeit für einen Spaziergang durch die Innenstadt. Kirche, die kleinen Wasserläufe mitten in der Stadt, Einkaufsstraßen, schmale Gassen und Fachwerkhäuser. Freiburg machte bei diesem kurzen Besuch definitiv einen schönen Eindruck.


Noch einmal tanken und dann nach Frankreich

Danach ging es weiter Richtung französische Grenze. Für die Nacht war bereits ein B&B Hotel in Kingersheim bei Mulhouse reserviert. Direkt auf der französischen Seite waren die Hotels deutlich günstiger als vergleichbare Unterkünfte zuvor in Deutschland.

Kurz vor der Grenze wurde in Freiburg noch einmal getankt. Und tatsächlich, Benzin für unter zwei Euro pro Liter. Zu diesem Zeitpunkt schon fast ein kleines Erfolgserlebnis. Anschließend ging es über die Grenze nach Frankreich.



Gegen 20:30 Uhr war schließlich das B&B Hotel in Kingersheim erreicht. Der Check In verlief problemlos und der Mitarbeiter sprach Englisch, was in Frankreich nicht unbedingt überall selbstverständlich ist.

Nach rund 900 Kilometern und insgesamt etwa 21 Stunden seit der Abfahrt in Bernau, inklusive Powernap, Fotostopps und Freiburg, war die Energie dann aber endgültig aufgebraucht.

Zum Glück befand sich direkt im Gewerbegebiet beim Hotel noch ein namhaftes Schnellrestaurant. Nein, diesmal nicht das mit dem großen M. Also noch schnell etwas essen und danach hieß es nur noch: Feierabend für heute… Die erste Etappe Richtung Barcelona war geschafft.

Am nächsten Morgen sollte es weiter durch Frankreich Richtung Montpellier und Mittelmeer gehen. Ein Bericht zum Hotel folgt natürlich auch, dies aber separat als Hoteltest. Ebenfalls folgen zu jeder Etappe Eindrücke in bewegten Bildern auf YouTube bei CruiseFriends.de !!!

Von Ronny