Seetag Richtung norwegisches Festland, nächster Halt: Ålesund

Viele denken bei einem Kreuzfahrtschiff zuerst an Trubel, Menschenmassen und ein volles Programm. Aber ganz ehrlich? Wer Ruhe sucht, findet sie auch. Genau das liebe ich so an Seetagen, jeder gestaltet seinen Urlaub so, wie er es möchte.

Auf einem Kreuzfahrtschiff gibt es eigentlich alles. Wer Unterhaltung mag, findet über den ganzen Tag verteilt Shows, Live-Musik, Quizrunden oder andere Entertainmentprogramme. Für Kinder wird ebenfalls jede Menge geboten, sodass garantiert keine Langeweile aufkommt. Wer sich lieber verwöhnen lassen möchte, kann im Spa-Bereich entspannen oder sich eine Massage gönnen. Sportliche können sich im Fitnessstudio auspowern oder ihre Runden an Deck drehen.


Und dann gibt es noch die etwas ruhigeren Seetag-Menschen, zu denen ich gehöre. Mit einem guten Buch in einer gemütlichen Lounge sitzen, auf dem Balkon der Kabine die frische Seeluft genießen oder einfach den Blick über das Meer schweifen lassen. Manchmal braucht es gar nicht mehr.

Auch Spaziergänge an Deck gehören für mich einfach dazu. Besonders, wenn es leicht regnet und plötzlich erstaunlich wenig los ist, irgendwie haben viele Menschen etwas gegen ein paar Tropfen. Ich dagegen genieße genau diese Stimmung. Dazu ein bisschen Musik auf den Ohren, vielleicht noch ein Exit-Spiel oder ein kleiner Bummel durch die Geschäfte an Bord und der Tag ist perfekt.

Auf dieser Reise waren die Ausblicke ohnehin ein echtes Highlight. Auf dem Rückweg zeigte das Meer allerdings auch einmal seine andere Seite. Ein Tiefdruckgebiet hatte sich einige Tage zuvor über dem Meer festgesetzt und sorgte für ordentlich Bewegung. Die See wurde zunehmend rauer und die Wellen beeindruckender. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich die Wellen am Schiff brachen und das Schiff langsam mehr und mehr ins Schaukeln geriet.

Bereits zuvor hatte der Kapitän während der nautischen Fragestunde erklärt, dass wir uns keine Sorgen machen müssten. Er habe schon deutlich höhere Wellen erlebt und das Schiff sei für solche Bedingungen bestens ausgelegt. Trotzdem schluckt man kurz, wenn von sieben bis neun Meter hohen Wellen die Rede ist. Beeindruckend? Absolut. Ein klein wenig respekteinflößend? Definitiv. Aber genau diese Kraft der Natur live zu erleben, macht eine Seereise irgendwie auch besonders.

Kaum wurde das Wetter freundlicher, füllten sich auch die Außendecks wieder. Plötzlich lagen wieder Menschen auf den Liegen, Cocktails wurden serviert, überall hörte man Gespräche und Lachen und das Schiff wirkte sofort lebendiger. Während einige die Sonne genossen, beobachteten andere weiterhin gespannt die Wellen, natürlich mit einem Getränk in der Hand. So lässt sich ein Seetag doch aushalten.


Für mich waren diese Tage die perfekte Mischung aus Erholung, frischer Meeresluft, einem guten Buch, tollen Ausblicken, einem leckeren Cocktail und einer kleinen Portion Abenteuer. Denn seien wir ehrlich, ein bisschen Wellengang gehört zu einer Kreuzfahrt irgendwie dazu. Solange der Kaffee nicht quer über den Tisch surft, ist schließlich alles im grünen Bereich.

Von Julia

Schreibe einen Kommentar