Mit rund 500.000 Einwohnern ist Edinburgh nach Glasgow die zweitgrößte Stadt Schottlands und zugleich die Hauptstadt des Landes. Neben ihrer politischen Bedeutung ist sie auch ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Besonders die Finanzbranche, der Tourismus, die renommierten Universitäten sowie die Kreativwirtschaft prägen das Stadtbild. Weltweit bekannt ist Edinburgh jedoch vor allem für seine beeindruckende Geschichte, die mittelalterliche Architektur und die besondere Atmosphäre, die Besucher aus aller Welt in ihren Bann zieht.

Es gibt Orte, die besucht man einmal und dann gibt es Edinburgh. Für mich ist die schottische Hauptstadt längst zu einem Herzensort geworden. Gemeinsam mit meiner besten Freundin durfte ich diese besondere Stadt inzwischen schon mehrfach erleben. Und obwohl wir immer wieder dieselben Straßen entlanglaufen, dieselben Ausblicke genießen und dieselben Gassen erkunden, fühlt sich jeder Besuch an wie ein neues Kapitel. Edinburgh überrascht mich jedes Mal aufs Neue und genau das macht diese Stadt für mich so einzigartig.

Vom 30. März 2026 bis zum 3. April 2026 zog es uns dorthin. Schon bei der Planung war die Vorfreude riesig. Wir entschieden uns für einen Flug und ein Hotel mit Frühstück, denn so konnten wir jeden Morgen ganz entspannt in den Tag starten. Viel mehr braucht es eigentlich nicht. Edinburgh ist eine Stadt, die man nicht bis ins kleinste Detail planen muss. Natürlich lohnt es sich, Eintrittskarten vorab zu buchen oder Preise zu vergleichen, doch das Schönste an dieser Stadt passiert ohnehin zwischen den Sehenswürdigkeiten dann, wenn man sich einfach treiben lässt.


Kaum angekommen, hatte ich wieder dieses vertraute Gefühl. Es ist schwer zu beschreiben, aber Edinburgh besitzt eine Atmosphäre, die mich sofort entschleunigt. Vielleicht liegt es an den jahrhundertealten Häusern, deren dunkle Sandsteinfassaden Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählen. Vielleicht sind es die verwinkelten Gassen, die plötzlich in kleine Innenhöfe führen, oder die alten Laternen, die selbst am helllichten Tag wirken, als würden sie ein Geheimnis bewahren.


Die Architektur dieser Stadt fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Überall ragen Türme in den Himmel, steinerne Fassaden schmücken die Straßen und zwischen den historischen Gebäuden entdeckt man immer wieder liebevolle Details, die man beim letzten Besuch noch gar nicht wahrgenommen hat. Edinburgh wirkt nicht wie eine moderne Großstadt. Vielmehr fühlt es sich an, als wäre die Zeit an vielen Orten einfach stehen geblieben.

Besonders die Altstadt hat etwas Magisches. Die Royal Mile zieht sich wie eine Lebensader durch das historische Zentrum und verbindet das Edinburgh Castle mit dem Palace of Holyroodhouse. Doch eigentlich ist sie viel mehr als nur eine Straße. Hier reiht sich Geschichte an Geschichte. Straßenmusiker spielen schottische oder aktuelle Melodien, kleine Läden verkaufen traditionelle Produkte und aus den urigen Pubs dringt Gelächter auf das Kopfsteinpflaster. Zwischen all dem Trubel lohnt es sich, einfach einmal stehen zu bleiben und den Blick schweifen zu lassen. Oft entdeckt man hoch oben an den alten Häusern kunstvolle Verzierungen oder kleine Fenster, hinter denen man sich unweigerlich Geschichten aus längst vergangenen Jahrhunderten ausmalt.


Mitten in dieser historischen Kulisse erhebt sich die St. Giles‘ Cathedral. Ihre markante Kronenspitze gehört für mich genauso zu Edinburgh wie das Castle selbst. Im Inneren herrscht eine besondere Ruhe. Das Licht fällt durch die bunten Fenster und taucht den alten Stein in warme Farben. Es sind genau diese Momente, die Edinburgh für mich so besonders machen.

Das Edinburgh Castle haben wir nicht von innen besucht. Der Weg hinauf und der Platz vor der Burg gehören für mich zu den schönsten Aussichtspunkten der Stadt. Von dort blickt man über die Dächer Edinburghs, über Kirchtürme und Schornsteine bis hin zum Meer. Besonders wenn die Sonne scheint, wirkt alles fast unwirklich schön.


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Überhaupt entdeckt man Edinburgh am besten zu Fuß. Kaum eine andere Stadt lädt so sehr dazu ein, einfach loszulaufen, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Hinter jeder Ecke wartet eine neue kleine Gasse, eine versteckte Treppe oder ein ruhiger Innenhof. Oft biegen wir spontan irgendwo ab und landen an Orten, die in keinem Reiseführer stehen. Genau diese kleinen Entdeckungen bleiben mir am längsten im Gedächtnis.


Was Edinburgh für mich so besonders macht, ist dieser wunderbare Kontrast zwischen der mittelalterlichen Altstadt und der eleganten New Town. Während sich unten enge Gassen durch jahrhundertealte Häuser schlängeln, öffnen sich plötzlich breite Straßen mit prachtvollen georgianischen Gebäuden, stilvollen Boutiquen und gemütlichen Cafés. Beide Stadtteile könnten unterschiedlicher kaum sein und bilden doch zusammen eine perfekte Einheit.

Zwischendurch zog es uns immer wieder in die Princes Street Gardens. Ich liebe diese Parkanlage mitten in der Stadt. Zwischen alten Bäumen, blühenden Blumen und den historischen Gebäuden ringsherum kann man wunderbar eine Pause einlegen und einfach beobachten, wie Edinburgh an einem vorbeizieht. Während Menschen auf den Wiesen sitzen, Straßenmusiker spielen und über allem das Castle auf seinem Felsen thront, scheint die Zeit für einen Moment langsamer zu vergehen.

Ein Ort den wir gemeinsam entdeckten, der Calton Hill. Der kurze Aufstieg lohnt sich und oben angekommen liegt einem Edinburgh zu Füßen. Mittendrin das unvollendete National Monument, das beinahe wirkt, als hätte jemand ein Stück Griechenland nach Schottland versetzt. Dort oben könnte ich stundenlang sitzen und einfach nur schauen.

Eine ganz besondere Atmosphäre strahlen auch Edinburghs alte Friedhöfe aus. Greyfriars Kirkyard, Canongate Kirkyard, New Calton Burial Ground oder der wunderschöne Dean Cemetery wirken fast wie verwunschene Gärten. Zwischen schiefen Grabsteinen, alten Bäumen und moosbedeckten Mausoleen scheint die Vergangenheit greifbar zu werden. Manche mögen Friedhöfe traurig finden, doch für mich erzählen sie Geschichten.

Am Ende der Royal Mile liegt der Palace of Holyroodhouse. Wir entschieden uns gegen eine Besichtigung, stattdessen spazierten wir gemütlich durch die Parkanlage. Gerade im Frühling zeigte sich die Stadt von ihrer schönsten Seite. Überall blühten leuchtend gelbe Osterglocken und die eleganten Schachblumen wuchsen zwischen den Wiesen. Dahinter erhob sich Arthur’s Seat, der erloschene Vulkan, der über Edinburgh wacht. Allein dieser Anblick macht deutlich, wie außergewöhnlich diese Stadt eigentlich liegt, eingebettet zwischen Hügeln, Geschichte und Natur.


Mit dem Wetter hatten wir unglaubliches Glück. Fast während der gesamten Reise schien die Sonne. Nur an einem Abend und am Tag unseres Rückfluges zeigte sich Schottland von seiner typisch regnerischen Seite. Doch selbst dann besitzt Edinburgh einen besonderen Charme. Die nassen Pflastersteine spiegeln die alten Laternen und die Sandsteinfassaden wirken noch geheimnisvoller.

Einen Tag verbrachten wir in Glasgow. Mit dem Zug dauert die Fahrt nicht einmal eine Stunde und schon taucht man in eine völlig andere Welt ein. Glasgow wirkt ein wenig industrieller als Edinburgh. Beide Städte sind nicht miteinander zu vergleichen, jede besitzt ihre eigene Dynamik und ihren ganz eigenen Charakter.

Besonders beeindruckt mich jedes Mal die University of Glasgow. Das historische Hauptgebäude mit seinen Türmen, Innenhöfen und langen Gängen erinnert tatsächlich an Hogwarts. Diesmal konnten wir sogar einen Blick in die wunderschöne Memorial Chapel werfen. Es war still, beinahe ehrfürchtig, und für einen Moment schien auch hier die Zeit stehen geblieben zu sein. Wer Outlander liebt, wird viele Ecken wiedererkennen, denn auf dem Universitätsgelände wurden mehrere Szenen der Serie gedreht.

Die Glasgow Cathedral, ihre mächtigen Mauern und hohen Gewölbe beeindrucken schon von außen. Direkt daneben liegt die Glasgow Necropolis. Von den Hügeln zwischen den kunstvollen Grab- und Denkmälern blickt man über die gesamte Stadt, ein Ausblick, der einen lange in Erinnerung bleiben wird.

In Edinburgh durften natürlich gemütliche Kaffeepausen nicht fehlen. Durch Instagram war ich schon vor einiger Zeit auf das kleine Café The Milkman aufmerksam geworden. Oft bildet sich dort eine lange Schlange, doch diesmal hatten wir Glück. Der Kaffee war hervorragend und die Zitronentarte gehörte zu den besten, die ich je gegessen habe. Mindestens genauso gemütlich ist das Hideout Café. Mit alten Kassetten, Retro-Dekoration und selbst gebackenem Kuchen fühlt man sich dort wie in einer anderen Zeit. Solche kleinen Orte machen eine Reise für mich oft genauso besonders, wie die großen Sehenswürdigkeiten.


Wer sich für Medizingeschichte interessiert, sollte außerdem unbedingt das Surgeons‘ Hall Museums besuchen. Zwischen historischen Instrumenten, medizinischen Präparaten und spannenden Ausstellungen bekommt man einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung der Chirurgie, ungewöhnlich, aber unglaublich interessant. Das Museum hat mein Herz für Medizin natürlich höher schlagen lassen.

Und natürlich durfte auch schottischer Fudge nicht fehlen. Mrs Tilly’s Scottish Fudge gehört inzwischen bei jeder Reise dazu. Die verschiedenen Sorten sind so unglaublich lecker und eignen sich perfekt als kleines Mitbringsel für Zuhause, sofern sie die Rückreise überhaupt überleben.

Als wir schließlich wieder im Flugzeug saßen und Edinburgh langsam unter den Wolken verschwand, blieb dieses vertraute Gefühl zurück. Nicht Abschied, sondern Vorfreude. Vorfreude darauf, irgendwann wieder durch die alten Gassen zu laufen, den Klang der Dudelsäcke zu hören, den Wind auf dem Calton Hill zu spüren und mit einem Kaffee in der Hand einfach das Leben dieser wundervollen Stadt zu beobachten.

Mein Fazit zu Edinburgh: Edinburgh ist für mich weit mehr als ein Reiseziel. Es ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird, an dem jede Straße ihren eigenen Charakter besitzt und an dem selbst gewöhnliche Spaziergänge zu kleinen Entdeckungsreisen werden. Die Mischung aus beeindruckender Architektur, verwinkelten Gassen, gemütlichen Cafés, den herzlichen Schotten und dieser ganz besonderen Atmosphäre macht die Stadt für mich zu einer der schönsten Europas.

Ich weiß schon jetzt, dass ich zurückkehren werde. Denn manche Orte lassen einen einfach nicht mehr los. Edinburgh gehört für mich genau dazu.

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Von Julia

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