Cobh zählt zu den angenehmsten Kreuzfahrthäfen Irlands für einen individuellen Landgang. Das Schiff liegt direkt am Ort, und nach dem Verlassen des Terminals steht man praktisch schon am historischen Bahnhof. Von hier fahren regelmäßig Züge in rund 25 Minuten nach Cork. Wer jedoch in Cobh bleibt, kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erkunden.


Das Cobh Heritage Centre – Geschichte direkt am Hafen

Direkt neben dem Kreuzfahrtterminal befindet sich das Cobh Heritage Centre, das im ehemaligen viktorianischen Bahnhofsgebäude untergebracht ist. Neben einem Café, einem Souvenirshop und einer Tourist-Information erzählt die Ausstellung „The Queenstown Story“ die bewegende Geschichte der irischen Auswanderung sowie der bedeutenden Schifffahrt des Hafens.

Zwischen 1848 und 1950 verließen über 2,5 Millionen Menschen Irland über den damaligen Hafen von Queenstown auf der Suche nach einem neuen Leben.

Bei unserem Besuch wurde Kreuzfahrtgästen laut Aushang ein Sonderpreis von 12 Euro pro Person angeboten.



Cobh und die Titanic

Bis 1920 trug Cobh den Namen Queenstown. Von hier aus schrieb der Ort eines der bekanntesten Kapitel der Schifffahrtsgeschichte.

Am 11. April 1912 war Queenstown der letzte Anlaufpunkt der Titanic, bevor sie den Atlantik überquerte. Das Schiff lag dabei nicht direkt am Kai, sondern vor Anker im Hafen. Die letzten 123 Passagiere wurden mit Tenderbooten hinaus zur Titanic gebracht, ehe diese ihre Reise nach New York fortsetzte.

Nur etwa fünf Gehminuten vom Hafen entfernt befindet sich die Titanic Experience Cobh. Das Museum ist im ehemaligen Büro der White Star Line untergebracht – genau dort, wo sich die letzten Passagiere vor ihrer Abfahrt anmeldeten.

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Das Cobh Museum

Direkt oberhalb des Hafens erreicht man über eine Treppe das Cobh Museum. Es befindet sich in der ehemaligen Scots Presbyterian Church aus dem Jahr 1854 und zeigt die Geschichte Cobhs, seiner Bewohner und der Schifffahrt.

Bereits der kurze Aufstieg lohnt sich, denn von hier bieten sich erste schöne Ausblicke auf den Hafen und die Kreuzfahrtschiffe.


St. Colman’s Cathedral

Vom Hafen gelangt man nach wenigen Minuten durch die kleinen Straßen der Stadt zur beeindruckenden St. Colman’s Cathedral, die hoch über Cobh thront.

Die neugotische Kathedrale zählt zu den Wahrzeichen der Stadt und ist schon von weitem sichtbar. Von ihrem Vorplatz genießt man einen herrlichen Blick über die bunten Häuser, den Hafen und die Bucht.

Eine Besonderheit ist das 49 Glocken umfassende Carillon, das einzige seiner Art in Irland und gleichzeitig das größte Glockenspiel Irlands und Großbritanniens.


Die berühmten „Deck of Cards“

Nur wenige Schritte oberhalb der Kathedrale befinden sich die farbenfrohen Häuser der West View, die besser unter dem Namen „Deck of Cards“ bekannt sind. Durch ihre versetzte Bauweise erinnern sie an ein aufgefächertes Kartenspiel und gehören zu den beliebtesten Fotomotiven Cobhs.

Ein kleiner Geheimtipp befindet sich am oberen Ende der Straße. Dort öffnet ein Anwohner gelegentlich den Zugang zu seinem Privatgrundstück, von dem sich einer der schönsten Ausblicke auf die Häuser und die Kathedrale bietet. Für den Zutritt bittet er um eine kleine Spende von etwa zwei Euro – augenzwinkernd mit dem Hinweis, sein Sohn spare auf einen Ferrari.


Ausflug nach Spike Island

Direkt an der Promenade starten außerdem Fähren zur Spike Island. Die Insel wird häufig als das „irische Alcatraz“ bezeichnet. Im Laufe ihrer über 1.300-jährigen Geschichte diente sie unter anderem als Kloster, militärische Festung und später als Gefängnis. Heute gehört sie zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Region.

Fazit

Cobh ist ein Hafen, der sich hervorragend auf eigene Faust erkunden lässt. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten befinden sich in fußläufiger Entfernung vom Kreuzfahrtschiff. Das Heritage Centre, die Titanic Experience, das Cobh Museum, die beeindruckende St. Colman’s Cathedral und die berühmten „Deck of Cards“ erzählen die spannende Geschichte einer Stadt, die eng mit der Auswanderung nach Amerika und der Titanic verbunden ist.

Wer gut zu Fuß ist, kann alle Highlights innerhalb weniger Stunden bequem erreichen. Lediglich der Weg hinauf zur Kathedrale und den Aussichtspunkten ist stellenweise etwas steiler. Dafür wird man mit wunderschönen Ausblicken über den Hafen und die Küste belohnt – ein Landgang, der Geschichte, maritime Atmosphäre und irischen Charme perfekt miteinander verbindet.

Von Ronny

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