Eigentlich sollte die erste Destination Haugesund sein. Doch das Wetter hatte andere Pläne, sodass die Route kurzfristig angepasst wurde und wir stattdessen Narvik anliefen. Rückblickend war das eine wirklich gelungene Alternative und zugleich ein erster Eindruck vom hohen Norden Norwegens.

Narvik zählt rund 14.000 Einwohner und liegt malerisch am Ofotfjord, umgeben von beeindruckenden Bergen. Weltweit bekannt wurde die Stadt durch ihren eisfreien Hafen, der bis heute eine wichtige Rolle für den Export von schwedischem Eisenerz spielt. Auch geschichtlich ist Narvik von großer Bedeutung. Während des Zweiten Weltkriegs fanden hier heftige Kämpfe statt, da die Stadt aufgrund ihres Hafens strategisch äußerst wichtig war. Heute erinnert unter anderem das Kriegsmuseum an diese bewegende Vergangenheit.

Bevor die AIDAluna in Narvik anlegte, war ich am Überlegen, ob ich überhaupt einen geführten Ausflug buchen sollte. Letztendlich entschied ich mich dafür und so machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein gemeinsam mit einer kleinen Gruppe und einem einheimischen Guide auf den Weg durch die Stadt.

Unser Guide, ein älterer Norweger mit einer unglaublich sympathischen Art, erzählte viele interessante Geschichten über Narvik, das Leben im hohen Norden und die bewegte Geschichte der Stadt. Man merkte sofort, dass er seine Heimat liebt und sie mit viel Herzblut präsentiert. Gerade solche persönlichen Geschichten machen einen Stadtrundgang oft besonders.

Im Nachhinein muss ich allerdings sagen, dass man Narvik problemlos auch auf eigene Faust erkunden kann. Die Innenstadt ist überschaubar, viele Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und alles ist bequem zu Fuß erreichbar. Wer gerne individuell unterwegs ist, wird hier keine Schwierigkeiten haben.

Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns gemeinsam mit unserem Guide auf einen entspannten Spaziergang durch Narvik. Die frische Luft und die beeindruckende Bergkulisse sorgten sofort für echtes Norwegen-Gefühl. Vorbei an liebevoll gepflegten Holzhäusern, kleinen Grünanlagen und ruhigen Straßen, erhielten wir interessante Einblicke in das Leben der Einheimischen und die Geschichte der Stadt.

Immer wieder eröffneten sich wunderschöne Ausblicke auf den Ofotfjord und die umliegenden Berge, die Narvik zu einem ganz besonderen Ort machen. Unser sympathischer Guide erzählte dabei viele spannende Anekdoten und persönliche Geschichten, die den Rundgang lebendig und authentisch machten.

Natürlich durfte auch ein kleiner Einkaufsbummel nicht fehlen. Im Thon Shoppingcenter Malmporten stöberte ich durch die Geschäfte und konnte den ersten norwegischen Leckereien nicht widerstehen. Einige typisch norwegische Süßigkeiten wanderten direkt als kleine Erinnerung und zum Probieren in den Einkaufskorb.



Die Innenstadt von Narvik ist zwar überschaubar, hat aber ihren ganz eigenen Charme. Rund um die Fußgängerzone laden kleine Geschäfte, gemütliche Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Besonders angenehm ist die entspannte Atmosphäre hier geht alles etwas ruhiger zu als in den großen Städten.

Beim Bummel durch die Straßen entdeckt man immer wieder liebevoll gepflegte Holzhäuser, moderne Architektur und zahlreiche Kunstwerke sowie Denkmäler, die an die Geschichte der Stadt erinnern.

Am Nachmittag zog sich der Himmel langsam zu. Die Sonne machte immer häufiger den Wolken Platz und zwischendurch fiel ein leichter Nieselregen, typisch norwegisches Wetter eben. Ganz entspannt machte ich mich auf den Rückweg zum Schiff und ließ die ersten Eindrücke dieser Reise noch einmal auf mich wirken.

Mein Fazit zu Narvik: Auch wenn Narvik ursprünglich nur eine Ausweichdestination war, hat die Stadt positiv überrascht. Die beeindruckende Lage zwischen Fjord und Bergen, die spannende Geschichte und die ruhige Atmosphäre machten den ersten Landgang zu einem gelungenen Auftakt meiner Norwegenreise. Narvik lässt sich wunderbar auf eigene Faust erkunden und ist definitiv einen Besuch wert. Manchmal sind es eben gerade die ungeplanten Stopps, die besonders schöne Erinnerungen hinterlassen.


Von Julia

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